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Mit Tools Daten für Cloud-Speicher sicher verschlüsseln

Werden Daten in Cloud-Speichern abgelegt, empfiehlt es sich diese vor der Übertragung zu verschlüsseln. Mit Tools wie Boxcryptor gelingt dies für Anwender recht komfortabel.

Anwender in Unternehmen nutzen häufig unterschiedlichste Cloud-Speicher für die Ablage von Daten. Mit Tools wie Boxcryptor lassen sich Daten verschlüsseln, bevor diese nach beispielsweise nach Google Drive oder Dropbox übertragen werden. Boxcryptor unterstützt laut eigenem Bekunden mehr als 30 Cloud-Dienste, dazu zählen neben den bereits genannten selbstredend Microsoft OneDrive, box, Amazon S3 sowie iCloud Drive und GMX. Die vollständige Liste findet sich hier. Bei Boxcryptor werden die Dateien lokal auf dem Gerät verschlüsselt. Die Verschlüsselung erfolgt dateibasiert. Dementsprechend kann der Zugriff auf verschlüsselte Dateien geteilt werden.

Für die private Nutzung steht eine kostenlose Version mit eingeschränktem Leistungsumfang zur Verfügung, die einen Cloud-Anbieter unterstützt. Die Personal-Lizenz kostet 36 Euro pro Jahr und ist in der Anzahl der Cloud-Anbieter nicht begrenzt. Für die geschäftliche Nutzung existiert die Lizenz Business, die 72 Euro pro Jahr kostet und weitere Funktionen wie die Verwaltung von Gruppen bietet. Für den Einsatz in Unternehmen stehen unterschiedliche Lizenzmodelle parat. So bietet das Augsburger Unternehmen Secomba, das Boxcryptor entwickelt hat, die Varianten Boxcryptor Company und Boxcryptor Enterprise an. Zudem besteht die Möglichkeit die Lösung 30 Tage lang zu testen. Exemplarisch ist nachfolgend die Nutzung von Boxcryptor in Verbindung mit Google Drive beschrieben.

Mit Boxcryptor Daten für Google Drive verschlüsseln

Nachdem Google Drive auf einem PC eingerichtet ist, kann der Client von Boxcryptor heruntergeladen und installiert werden. Nach der Installation ist es sinnvoll, den Computer neu zu starten. Der nächste Schritt besteht darin, Boxcryptor einzurichten und mit Google Drive zu verbinden. Beim Starten von Boxcryptor muss zuerst ein Konto erstellt werden. Mit diesem erfolgt die kostenlose Anmeldung an Boxcryptor. Der Anbieter erläutert hier, welche Daten auf dem Boxcryptor-Server gespeichert werden.

Boxcryptor erstellt automatisch ein Laufwerk im Windows-Explorer. Innerhalb des Laufwerks befindet sich ein Unterverzeichnis für jeden Cloud-Speicher, auch für Google Drive. Nutzen Anwender mehrere Cloud-Speicheranbieter, werden diese in eigenen Unterordner im Boxcryptor-Laufwerk angezeigt.

Abbildung 1: Boxcryptor fasst alle Cloud-Speicher in einem speziellen Laufwerk zusammen.
Boxcryptor fasst alle Cloud-Speicher in einem speziellen Laufwerk zusammen.

Wird eine Datei in das Unterverzeichnis eines Cloud-Speichers gezogen, zum Beispiel Google Drive, fragt das Tool nach, ob die Daten verschlüsselt gespeichert werden darf. Ist das der Fall, verschlüsselt Boxcryptor die Datei, bevor sie in den Cloud-Speicher geladen wird.

Innerhalb des Unterordners von Google Drive im Boxcryptor-Laufwerk können Dateien auch über das Kontextmenü verwaltet werden.

Hier lassen sich zum Beispiel Dateien entschlüsseln, Berechtigungen verwalten oder über einen entsprechenden Whisply-Link freigeben.

Werden Dateien in den Synchronisationsordner des Cloud-Speichers kopiert, erkundigt sich Boxcryptor, ob die Dateien verschlüsselt werden sollen.
Abbildung 2: Werden Dateien in den Synchronisationsordner des Cloud-Speichers kopiert, erkundigt sich Boxcryptor, ob die Dateien verschlüsselt werden sollen.

Boxcryptor bindet sich auch in den Tray-Bereich der Windows-Taskleiste ein. Hier können die Einstellungen aufgerufen werden. In den Einstellungen lassen sich die angebundenen Cloud-Speicher und die damit möglichen Einstellungen an die eigenen Anforderungen anpassen.

Alternativen für die verschlüsselte Cloud-Speicherung

Neben Boxcryptor existieren weitere Tools, die bei der Verschlüsselung von Daten für Cloud-Speicher hilfreiche Dienste leisten können. Eine bekannte Alternative für Boxcryptor ist CryptSync. Das kostenlose Tool synchronisiert zwei Ordner, wobei der Inhalt des einen Ordners verschlüsselt wird. Mit dem Open-Source-Tool Cryptomator können Dateien in Cloud-Speichern von Windows-Rechnern und von macOS-Systemen aus verschlüsselt werden. Auch 7-Zip und Veracrypt können Dateien verschlüsseln. Werden die verschlüsselten Dateien im Synchronisierungsverzeichnis von Google Drive gespeichert, überträgt der Client die Daten verschlüsselt in die Cloud. Der Zugriff ist dann aber nur möglich, wenn die Dateien heruntergeladen und mit den entsprechenden Tools geöffnet werden.

Mit CloudMounter lassen sich Daten für unterschiedliche Cloud-Speicher verschlüsseln.
Abbildung 3: Mit CloudMounter lassen sich Daten für unterschiedliche Cloud-Speicher verschlüsseln.

Das Tool CloudMounter ist ebenfalls eine Alternativ zu Boxcryptor. Nach der Installation wird im Windows-Explorer ein Laufwerk eingebunden. Hierüber lassen sich Dateien verschlüsseln, bevor diese in Google Drive gespeichert werden.

Das Tool kostet für den persönlichen Einsatz einmalig knapp 30 US-Dollar. Eine Lizenz für fünf Anwender kostet etwa 100 US-Dollar, eine Unternehmenslizenz für 50 PCs kostet knapp 150 US Dollar. Das Tool kann 14 Tage kostenlos getestet werden. CloudMounter unterstützt die Anbindung von Google Drive, aber auch von Microsoft OneDrive, Dropbox und Amazon S3.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2018 aktualisiert

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