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Welcher Browser ist sicherer, Chrome oder Firefox?

Ist Chrome sicherer oder der Open-Source-Browser Firefox? Gibt es unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen die bessere Wahl? Ein Überblick.

Für die meisten Anwender sind Browser der Zugang zur digitalen Welt. Die Anbieter sind ständig bemüht, die Browser schneller und sicherer zu machen und haben dabei auch den Marktanteil im Blick. Es wird immer Diskussionen geben, welcher Browser der sicherste ist. Und ganz besonders bei dieser Software, sind die Anhänger der einzelnen Lösungen felsenfest davon überzeugt, dass ihre Wahl die Nummer eins ist.

Dabei kann es durchaus schwierig sein, völlig unvoreingenommene Untersuchungen zu finden, wie sich die Browser in Sachen Sicherheit schlagen. Oftmals werden entsprechende Analysen von einem bestimmten Hersteller in Auftrag gegeben, was die Ergebnisse oft vorhersehbar macht oder absehbar ist, dass ein bestimmter Browser Sieger wird.

So stellte eine Google-finanzierte Studie der Browser-Sicherheit im Jahr 2011 fest, dass Google Chrome der sicherste Webbrowser im Hinblick auf Angriffe sei. Firefox landete in dieser Analyse hinter dem Internet Explorer. Im Jahr 2013 berichtete hingegen NSS Labs, dass Nutzer des Internet Explorer 10 sich weit weniger wahrscheinlich Malware-Infektionen einfangen würden. Die Testparameter schienen aufgrund Microsofts SmartScreen-Technologie allerdings etwas voreingenommen zu sein.

Browserscope ist ein Community-getriebenes Projekt, das sich um die Analyse von Webbrowsern kümmert. Hier wird Chrome im Vergleich zu Firefox als sicherer eingestuft, allerdings wurden nur bestimmte Arten von Angriffsvektoren berücksichtigt. Ein Schwachstellen-Report von Flexera 2016 listet insgesamt 1114 neue Schwachstellen in den fünf gängigsten Browsern, die meisten davon wurden als sehr kritisch eingestuft. Dabei entfielen auf Chrome 516 Schwachstellen und 254 auf Firefox. Das ist prinzipiell nicht verwunderlich, Firefox besitzt eine relativ ausgereifte Codebasis und eine aktive Open-Source-Entwickler-Community. Offensichtlich gibt es aber etwas mehr Firefox-Nutzer, die den Browser nicht regelmäßig aktualisieren. Das mag auch daran liegen, dass er weniger regelmäßig oder auch als Zweitbrowser eingesetzt wird. Geht es um die Anzahl der Nutzer, liegt Chrome bei den meisten bekannten Statistiken, wie NetMarketShare und StatCounter, deutlich vor Firefox.

Browsersicherheit: Keine großen Unterschiede

Mal abseits aller Auswertungen und Statistiken sind die Unterschiede in der Sicherheit der Top-Browser eher minimal. So verwenden sowohl Chrome als auch Firefox beispielsweise die Google Safe Browsing API, um potenziell gefährliche Websites zu erkennen. Wenn ein Anbieter neue Funktionen im Browser integriert, lassen entsprechende Features bei den anderen Browsern meist nicht lange auf sich warten. Da bleibt es abzuwarten, ob die anderen Anbieter Opera folgen werden, die ein kostenloses VPN-Tool eingeführt haben. Sowohl bei Firefox wie auch bei Chrome lässt sich die Sicherheit über Erweiterungen verbessern, aber das mag nicht für alle Nutzer ein einfach gangbarer Weg sein.

Obwohl beide Browser die Möglichkeit für eine private Sitzung bieten, bei der kein Verlauf, temporäre Internetdateien oder Cookies gespeichert werden, hinsichtlich der Privatsphäre besorgte Nutzer greifen wohl eher zu Firefox. Firefox ist vollständig Open Source und von der Mozilla Foundation entwickelt. Chrome ist hingegen Closed-Source-Software, die von Google entwickelt wurden, deren Geschäftsmodell sich nun mal auf Profile, Browsing-Gewohnheiten und Präferenzen der Nutzer stützt.

Eine sehr wichtige Komponente eines sicheren Webbrowsers ist zweifelsohne der Nutzer. Ganz unabhängig davon, für welchen Browser sich ein Anwender entscheidet: Es gibt eine Grenze für den Schutz, die ein Browser bieten kann, wenn das Surfverhalten des Nutzers nicht entsprechend ist. Es gibt zahllose Quellen im Internet, die Tipps zum sicheren Surfen bereitstellen. Die Software und Browser stets aktuell zu halten ist in jedem Fall ein wichtiger Bestandteil für den Erhalt der Sicherheit.

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Artikel wurde zuletzt im August 2016 aktualisiert

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