05.12.2007 | Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Einander unbekannte Geschäftspartner könnten schon bald rechtssichere Verträge am Telefon abschließen. Möglich wird dies durch ein Verfahren, das digitale Sprachaufnahmen elektronisch signiert. Der von der Fraunhofer-Gesellschaft patentierte Algorithmus arbeitet ohne Qualitätseinbußen und eignet sich für die VoIP-Standards SIP, SDP und RTP.
Digitale Tonaufnahmen bestehen aus einzelnen Datenpaketen, die nacheinander gespeichert werden. Das jetzt von der Fraunhofer-Gesellschaft vorgestellte Signatur-Verfahren unterteilt diese Daten in einzelne Sequenzen und signiert die Abschnitte.
Dabei werden auch Informationen zu verhergehenden und nachfolgenden Sequenzen aufgezeichnet. Somit lasse sich die Reihenfolge der Daten nicht mehr unbemerkt im Nachhinein manipulieren.
Die beim Deutschen Patent- und Markenamt unter der Kennung DE 10 2006 025 369 B4 einsehbare Methode ist praxistauglich, glaubt Nicolai Kuntze vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT). Um das zu demonstrieren habe man bereits eine Software entwickelt, die VoIP-Telefonate signiert und beweissicher dokumentiert. „[...] Das Verfahren lässt sich problemlos auf weitere Anwendungsbereiche übertragen“, so Kuntze.
Nutzer des Algorithmus können beliebige Schlüssel- und Schlüssellängen nutzen. Zu den unterstützten VoIP-Standards gehören SIP (Session Initiation Protocol), SDP (Sockets Direct Protocol) und RTP (Real-Time Transport Protocol). Qualitätseinbußen seien dabei nicht zu befürchten, so die Fraunhofer-Forscher.
Als mögliche Anwendungsgebiete nennen die Wissenschaftler nicht nur rechtlich bindende Verträge zwischen zuvor unbekannten Partnern. Auch bei Behörden, Call-Centern und Banken könnte der Einsatz für mehr Vertrauen sorgen.
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