12.11.2008 | Autor / Redakteur: Stefan Jessenberger / Stephan Augsten

Designer und Konstrukteure, Ingenieure und Techniker, Marketingabteilung und Verkaufsteam – von der ersten Idee bis zur Marktreife sind heute viele verschiedene Abteilungen an der Entstehung eines Produktes beteiligt. Auch deswegen ist die Integration aller an der Warenproduktion beteiligten Systeme immer wichtiger geworden. Doch eine solche Vernetzung bietet nicht nur Vorteile.
Musste früher der Designer seine Entwürfe noch eigenhändig zum Konstrukteur tragen, so läuft dieser Prozess heute meist digital ab. Unterschiedliche Teams haben in den verschiedenen Projektphasen Zugriff auf einen neuen Entwurf.
Änderungen und Anmerkungen geben die Fachkräfte direkt am Computer ein, sodass am Ende alle notwendigen Produkt- und Prozessdaten in digitaler Form vorliegen. Ein enormer Vorteil, denn auf diese Weise wird beispielsweise die Markteinführung verkürzt, die Flexibilität erhöht und die Kosten werden verringert.
Die Basis für die Einführung solcher Verfahren bildet eine einheitliche Kommunikationsinfrastruktur, die den reibungslosen Datenaustausch aller an den jeweiligen Prozessen beteiligten Systeme ermöglicht. Vergleichbar dem Telekommunikations-Umfeld wird auch in der Industrie hierfür zunehmend das Internetprotokoll TCP/IP auf Basis von Ethernet eingesetzt. Beispielhaft sei hierfür Profinet genannt, welches die automatisierungsnahe, busbasierte Kommunikation mit der Datenübertragung per TCP/IP verbindet.
Doch bei allen Vorteilen, die solche integrierten Prozesse unbestreitbar bieten, gehen mit dieser Entwicklung auch diverse Risiken einher. Ohne adäquate Gegenmaßnahmen führen solche integrierten Prozesse einerseits zur Reduzierung von Sicherheit, Verfügbarkeit und Stabilität der Systeme und Prozesse, andererseits erhöht sich das Risiko von Know-how-Diebstahl und Wirtschaftsspionage.
Die Gründe hierfür sind vielfältig. Auf der einen Seite führt die Zunahme der Systeme, die über eine gemeinsame Kommunikationsinfrastruktur kommunizieren, zu steigender Komplexität. Dementsprechend betreffen eventuelle Störungen immer mehrere Systeme und auch Pannen durch Fehlbedienung nehmen zu.
Auf der anderen Seite existiert bei den Automatisierungskomponenten und -netzwerken ein Mangel an vorhandenen oder genutzten Sicherheitsmechanismen, der verschiedene Ursachen haben kann. So sind in Automatisierungsumgebungen aufgrund der langen Produktlebenszyklen oftmals veraltete Betriebssysteme im Einsatz, für die keine Sicherheits-Updates mehr zur Verfügung gestellt werden.
Aber selbst bei Betriebssystemvarianten mit aktuellen Sicherheits-Updates ist deren Verteilung bzw. Installation auf den Automatisierungssystemen in vielen Fällen nicht gewährleistet oder möglich. Entweder fehlen die notwendigen Testmöglichkeiten, oder Updates dürfen erst gar nicht installiert werden, da hierdurch die Gewährleistung durch den jeweiligen Hersteller des Systems verloren ginge.
Weitere Gründe sind der oftmals fehlende Virenschutz, nicht vorhandene Authentisierungs- und Autorisierungs-Mechanismen oder die ungenügende Netzwerksicherheit. Die Folge: Über vagabundierende PCs oder nur ungenügend gesicherte Fernwartungszugänge wird Schadsoftware eingeschleust.
»1 »2 »3 nächste Seite
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2017800)