10.03.2008 | Autor / Redakteur: Bridget Botelho / Ulrich Roderer
Welche Auswirkungen hat Windows Server 2008 auf die IT-Infrastruktur. IT Administratoren müssen damit rechnen, die Hardware aufzurüsten. Mit der Option der neuen Server-Core-Funktionalität können Administratoren dennoch das Leben von älteren Servern verlängern, um auf ihnen weniger anspruchvolle Tasks laufen zu lassen. Experten halten diese Funktion deshalb für eine der bedeutendsten neue Funktionen im Windows-Server.
Der Windows Server 2008 markiert eine Scheidemarke: Rechenzentrensleiter müssen sich darüber klar sein, dass diese Version die letzte mit 32 Bit-Support sein wird. Der neue Server benötigt mindestens 512 MByte RAM, die Empfehlung lautet aber zwei GByte. Obwohl er damit um das drei bis vierfache seines Vorgängers benötigt, ist das bei den derzeitigen Speicherpreisen kein großes Problem. „Heute erfüllt fast jedes normale Einstiegsmodell eines x86-Servers diese Anforderungen“, sagt Tony Iams, Vice President des Marktforschungsunternehmens Ideas International. Microsoft bietet auf seiner Website einen Katalog getesteter Server auf denen der Windows Server 2008 läuft. Itanium-Rechner benötigen jetzt einen Intel Itanium 2 Prozessor.
Sowohl Anwender als auch Analysten halten die Funktion „Server Core“ für die größte Neuerung des Windows Server 2008. Server Cores ermöglicht es Systemadministratoren, den Server entweder mit der vollständigen grafischen Oberfläche und allen Funktionen zu installieren oder eine abgespeckte Version.
Mit den Server Cores können Administatoren bestimmte Serveraufgaben in sehr kleinen Umgebungen laufen lassen und sparen dadurch Serverkapazität. „Server Core ermöglicht es Anwendern, das Management ihre Infrastruktur neu zu gestalten. Eine Website mit statischen Seiten ist beispielsweise gut auf einem reduziertem Server Core ablauffähig. Damit kann auch alte und weniger performante Hardware für bestimmte Aufgaben neu eingesetzt werden“, sagt Michael Cherry, ein Analyst bei Directions on Microsoft.
Eine Server-Core-Installation unterstützt dabei alle wichtigen Dienste wie Active Directory Domain Services; Active Directory Lightweight Directory Services; DHCP Server, DNS Server, File Services, Print Services, Streaming Media Services sowie Windows Virtualisierung. Server Core ist in den Paketen Standard, Enterprise und Datacenter des Windows Server 2008 enthalten, nicht aber in der Web und Itanium Edition.
Mit dem Windows Server 2008 endet der Support für 32-Bit und das nächste Server-Release wird nur noch 64 Bit enthalten. Schon diese Version ist für 64 Bit Hardware optimiert. Microsoft hat in seinem Performance Tuning Guidelines for Windows Server 2008 schon im Vorfeld Kunden dazu geraten, 64-Bit Prozessoren einzusetzen. Anwender können zwar zwei 32-Bit-Prozessoren einsetzen, erzielen damit aber nicht die Leistung einer 64-Bit CPU.
Die Partnerschaft zwischen Novell und Microsoft im Jahr 2006 war ein Signal, dass Microsoft sich dem Erfolg der Open-Source-Bewegung nicht länger verschließen kann. Microsoft hat mit den Server Cores und der PowerShell eine Annährung an das Linux-System mit seinen Scripting-Möglichkeiten vollzogen. PowerShell ist ein Script zum automatisieren von Managementaufgaben.
Der neue Windows Server 2008 enthält weitergehende Stromsparfunktionen wie beispielsweise die Reduzierung der Leistungsaufnahme einer CPU, die die Techniken von Intel und AMD ausnützt, einzelne Teile eines Prozessors je nach Auslastung mit niedrigerer Leistung zu fahren. Mit dem neuen Windows Server ist es zudem möglich, die Leistung eines Prozessors im Voraus festzulegen. Diese Funktionen sind jetzt standardmäßig angeschaltet im Gegensatz zur Version 2003.
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