DLP-Tools schützen vor Datenverlust

Data Loss Prevention - Maßnahmen gegen Datendiebstahl

12.08.2009 | Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Peter Schmitz

Data Loss Prevention braucht passende Tools, stimmige Planung und konsistente Regeln. So lassen sich wertvolle Daten sicher gegen Diebstahl schützen.

Unternehmensdaten vor unbefugtem Zugriff zu schützen, ist die Aufgabe von Data Loss Prevention (DLP)-Tools. Ein umfassender Schutz der wichtigsten Geschäftsgeheimnisse besteht dabei meist aus einer Kombination von Werkzeugen zur Netzwerküberwachung, der Kontrolle der Endgeräte und den Regelwerken für den Umgang mit den Daten. Alle Methoden haben jedoch eines gemeinsam: der Feind gegen den sie das Unternehmen schützen sollen kann von Außen oder Innen kommen.

Die Begriffe „Data Leakage Protection“, „Data Loss Prevention“, „Information Leakage Management“ oder auch „Outbound Content-Management“ stehen letztendlich für ein und dieselbe Aufgabe: den Schutz der eigenen Daten vor Verlust oder unbeabsichtigter Veränderung. Wie wichtig dies ist, zeigen regelmäßig die Meldungen über den Verlust von wertvollen Daten, gespeichert auf CD, DVD, USB-Stick, USB-Laufwerken oder Backup-Bändern.

In einer Umfrage ermittelten die Spezialisten von Infowatch das Bedrohungspotenzial bei den Unternehmen. Nach deren Untersuchung ist die Bedrohung durch Datenverlust mittlerweile größer als viele andere Gefahren des Internets. So räumten 78 Prozent der befragten Unternehmen dem Datendiebstahl die höchste Priorität ein. Der Verlust von Daten durch nachlässiges Verhalten der Mitarbeiter steht mit 65 Prozent an zweiter Stelle.

Die Sorge um den Verlust der Daten ist durchaus begründet. Nach einer Studie der unabhängigen Gruppe Attrition.org gingen im Jahr 2007 weltweit persönliche Daten von 162 Millionen Personen verloren. Dies sind beinahe viermal so viele wie noch im Vorjahr 2006 (49 Millionen). In den USA ermittelte das Identity Theft Resource Center (ITRC) mehr als 128 Millionen gestohlene Datensätze, die sich aus 446 Diebstahl-Fällen angehäuft hatten. Und ein Ende des Datenverlustes ist nicht in Sicht, wie täglich die Beispiele zeigen. So wie etwa der Verlust von 25 Millionen Datensätzen der britischen Steuer- und Zollbehörde HMRC (Her Majesty’s Revenue and Customs).

Der Verlust einer DVD mit den Kundendaten, Patientendaten oder Kommunikationsprofilen hat eine enorme Brisanz. In Großbritannien wurde der skandalträchtige Fund verlorener Dokumente über die Terroranschläge in der Londoner U-Bahn bekannt. Hierbei handelte es sich zwar um Papierdokumente, aber das Beispiel zeigt die durchschlagende Wirkung von Datenverlusten, egal welches Medium als Datenträger dient. Hierzulande sorgte der ungeschützte Zugriff auf die Daten von 500.000 betroffenen Bürgern jüngst für Schlagzeilen. Dabei waren die Meldedaten von 15 deutschen Kommunen monatelang nahezu ungeschützt im Internet verfügbar. In den USA schätzt man den durch Datenlecks entstandenen Verlust für das Jahr 2007 auf mehrere hundert Millionen US-Dollar.

Seite 2: Die Gefahr kommt von innen

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