Vorkehrungen für die Hotspot-Nutzung

15.000 Hotspots in Deutschland – Bitkom sagt: Erfreulich!

11.10.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Schnell zwischendurch die E-Mails checken oder ein paar Reisedaten eingeben: Das ist heute dank Hotspots gang und gäbe.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., Bitkom, hat nachgezählt. Es gibt in Deutschland 15.000 WLAN Hotspots. Das bedeutet nach Angaben des Verbands zweierlei: Das schnurloses Internet gewinnt an Bedeutung, aber im internationalen Vergleich besteht Nachholbedarf. Außerdem bleibt die obligatorische Warnung nicht aus, Vorsicht bei der Nutzung walten zu lassen.

Als WLAN-Hotspots werden öffentliche Orte bezeichnet, die einen drahtlosen Internet-Zugang ermöglichen, beispielsweise in Flughäfen, Hotels oder Cafés. Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer kommentiert die Anzahl verfügbarer Hotspots: „Die Entwicklung ist weiterhin positiv. International gesehen liegt Deutschland aber deutlich hinter anderen Ländern zurück.“

Derzeit gibt es in Deutschland 18 WLAN-Hotspots je 100.000 Einwohner. Damit steht Deutschland in der internationalen Rangliste auf Platz 15, hinter Ländern wie Portugal oder Belgien. An der Spitze findet sich Schweden mit 85 WLAN-Hotspots pro 100.000 Einwohner, gefolgt von der Schweiz mit 74, Irland mit 58, Frankreich mit 47 und Großbritannien mit 46 Einwahlpunkten. Die USA verfügen über 23 WLAN-Hotspots pro 100.000 Einwohner und liegen damit auf Rang 10.

Ein Grund für die zögerliche Entwicklung sei die unsichere Rechtssituation, teilt der Bitkom mit. So müssen Betreiber von WLAN-Hotspots ihre Nutzer registrieren. Das führe vor allem bei kleineren Anbietern, wie dem Café an der Ecke, zur Verunsicherung. Schließlich müssten sie damit rechnen, für illegale Downloads durch ihre Gäste haftbar gemacht zu werden.

Ein paar Ratschläge

Dennoch hält der Verband es für angebracht, die Anwender für die Einwahl in öffentliche WLANs (Wireless Local Area Networks) mit Ermahnungen zu Sicherheitsvorkehrungen auszustatten:

  • Grundsätzlich sollte man die Firewall des Betriebssystems nutzen. Moderne Betriebssysteme ermöglichen eine Unterscheidung zwischen öffentlichen und privaten Netzen und passen die Sicherheitseinstellungen an. Diese Einstellung sollte an öffentlichen Hotspots immer vorgenommen werden.
  • Wenn die Funkstrecke nicht mit WPA-Technologie (Wi-Fi Protected Access), dem Nachfolger WPA2, einer eigenen VPN-Verbindung (Virtual Private Network) oder über https (erkennbar am Schloss-/Schlüsselsymbol im Browser) auf bestimmten Webseiten verschlüsselt ist, sollte man immer berücksichtigen, dass andere WLAN-Nutzer in Funkreichweite den Datentransfer einsehen und manipulieren können. Besonders sensible Informationen sollte man in solchen Situationen deshalb nur im Ausnahmefall versenden.
  • Auch bei einer Verschlüsselung auf der Funkstrecke sieht der Betreiber des Hotspots den Datenstrom unverschlüsselt, sofern nicht weitere Mechanismen zum Einsatz kommen. Sensible Daten sollten nur über vertrauenswürdige Hotspots versandt werden.
  • Sensible Daten sollten zudem ausschließlich über zusätzlich gesicherte Verbindungen übertragen werden, also beispielsweise via VPN oder über per https gesicherte Webseiten.
  • Die Verbindung eines Endgeräts mit einem öffentlichen Hotspot sollte grundsätzlich nicht länger als notwendig sein.
  • Last but not least: Auch bei der Eingabe von WLAN-Passwörtern sollte man sich nicht über die Schulter schauen lassen.

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