Aktuelle Umfragen zur WLAN-Sicherheit

Firmen-Funknetze schlechter verschlüsselt als private WLANs

31.10.2008 | Redakteur: Stephan Augsten

Auch wenn WPA- und WPA2-Verschlüsselung zunehmen, sind viele WLAN-Zugänge nach wie vor schlecht oder gar nicht gesichert.

Kabellose Firmennetze sind in den drei Großstädten London, New York und Paris durchweg schlechter gesichert als private WLANs. Das hat EMCs Security-Division RSA bei seiner jährlichen Umfrage „Wireless Security“ herausgefunden. Derweil besteht in Deutschland laut einer Studie von Firebrand Training grundsätzlicher Nachholbedarf bei der WLAN-Sicherheit.

Fortgeschrittene WLAN-Verschlüsselungsstandards wie Wi-Fi Protected Access (WPA) und WPA2 haben im Vergleich zum unzureichend eingestuften Wired-Equivalent-Privacy-Standard (WEP) zwar zugenommen. Doch vornehmlich ist das in privaten Haushalten der Fall.

Generell sind in Paris 98 Prozent der privaten Funknetzwerke gesichert. In New York sind es 97 Prozent und in London 90 Prozent der WLAN-Zugänge.

Unternehmen scheuen derweil immer noch vor der Umstellung auf WPA-Standards zurück. Dies dürfte vor allem auf die damit verbundenen Geräte-Nachrüstungen und Umkonfiguration der Funknetzwerke zurückzuführen sein.

Schleichende Wachablösung durch WPA- und WPA2-Standards

Nachholbedarf in Sachen WLAN-Sicherheit besteht vor allen Dingen im Londoner Geschäftsumfeld. Dort sind 20 Prozent der knapp 4.900 untersuchten Firmen-WLANs komplett ungesichert und fast ein Drittel nur durch den unzureichenden WEP-Standard geschützt. Daraus folgt, dass immerhin 48 Prozent auf erweiterte Verschlüsselung setzen.

Bessere Werte erzielen die Business-Funknetze in New York: Nur 3 Prozent sind noch ungesichert, während 47 Prozent auf WEP setzen. 3.057 und damit etwas über die Hälfte der 6.096 betrachteten Unternehmens-WLANs ist durch WPA oder höhere Verschlüsselungsstandards geschützt.

Einen regelrechten WPA-Boom hat es in Paris gegeben, wo über 70 Prozent der kabellosen Firmennetze und gar drei Viertel der privaten WLANs mit erweiterten Standards geschützt werden. Allerdings sind hier im Business-Bereich nahezu genauso viele Funknetze (181) ungeschützt wie in New York (184), obwohl dort fast doppelt so viele WLANs untersucht wurden.

Mit einem Wachstum um insgesamt 543 Prozent verzeichnet Paris den größten Zuwachs an WLAN-Zugängen, London ist mit 12.276 öffentlichen Zugängen nach wie vor Spitzenreiter. Damit übertrifft die britische Hauptstadt New York um mehr als 3.000 WLAN-Anschlüsse.

Deutsche schwächeln bei der WLAN-Sicherheit

Während sich die RSA-Studie nur auf die drei Metropolen bezog, hat der IT-Trainingsanbieter Firebrand ähnliche WLAN-Sicherheitsmängel in Deutschland registriert. Recherchen des Unternehmens zufolge nutzen hierzulande ein Viertel aller Heimanwender und knapp 15 Prozent der Unternehmen WLANs ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen.

Eine Online-Umfrage von Firebrand Training mit 745 Teilnehmern hat ergeben, dass Abkürzungen wie WEP, WPA und WPA2 zumindest bei den IT-affinen Befragten mittlerweile ein Begriff sind. 670 Teilnehmer sahen in den Begriffen Verschlüsselungsmethoden für drahtlose Funknetze.

Dies hat vor einem Jahr noch ganz anders ausgesehen, weiß Robert Chapman, Mitbegründer und Geschäftsführer von Firebrand Training. „Trotzdem müssen wir warnen: WLANs sind zwar weit verbreitet, aber das Bewusstsein für ihre sichere Nutzung ist oft noch nicht richtig ausgeprägt.“

Deshalb informiert der Anbieter für IT-Intensivkurse im kostenlosen Whitepaper „Das WLAN im Visier“ (registrierungspflichtig) über Sicherheitsvorkehrungen bei Funknetzen. Derzeit gibt es laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Deutschland rund 14.200 WLAN-Hotspots.

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