Xantaro realisiert Multicast-VPN-Extranet

Konvergenz und Skalierbarkeit trotz Layer 3 Virtual Private Networks

27.07.2010 | Redakteur: Ulrike Ostler

Xantaro baut auf der Basis von Juniper-Technik ein Multicast-Extranet, Bild: Xantaro

Layer-3 VPNs gehören ins Angebot von Service Providern. Die zusätzliche Unterstützung von Multicast-Architekturen innerhalb dieser VPNs ist allerdings eine Herausforderung. Denn viele Hersteller von Netzwerkkomponenten bieten nur unvollständige Lösungen an. Zudem sind die Geräte mit denen anderer Hersteller weitgehend inkompatibel. Der Service Integrator Xantaro hat nun ein Multicast-VPN-Extranet implementiert.

Multicast bietet den Layer-3-VPN-Kunden die Möglichkeit, Daten, die nicht nur an einen Empfänger gerichtet sind, sondern an viele Adressaten verteilt werden müssen, durch das Service Provider Netzwerk zu übertragen, ohne einzelne Datenpakete mehrfach versenden zu müssen. Dies ist insbesondere für Multimedia-Streams aber auch für Nachrichtenübertragung von Interesse.

Die eigentliche Herausforderung beginnt, wenn Sender und Empfänger der Nachrichtendienste nicht im gleichen, sondern über unterschiedliche VPNs angeschlossen sind, während die Kommunikationspartner sich weiterhin im eigenen VPN befinden. In diesem Fall spricht man vom VPN-Extranet.

Xantaro, Service Integrator für Carrier, Service Provider und Großunternehmen mit Kunden in Europa, hat ein solches Multicast-VPN-Extranet implementiert. Der Aufbau des Layer-2/3 IP/Multicast-Netzes basiert auf Systemen des kalifornischen Herstellers Juniper Networks.

Gigabit und 10 Gigabit und Network Address Translation

Konkret wurden für die Anwendung „MX960“ Ethernet Service Router und „EX4200“ Switches ausgewählt. Die Geräte sind mit 1-Gigabit- und 10-Gigabit-Interfaces sowie Multiservice-DPCs für Firewall- und NAT-Dienste ausgestattet. Um das System so flexibel wie möglich zu halten und Skalierbarkeit zu gewährleisten, entschieden die Experten von Xantaro sich für „Next Generation Multicast VPNs“.

Dieser von Juniper Networks mitentwickelte Ansatz, baut auf das Border Gateway Protocol (BGP) auf. Einzelne Multicast-Quellen werden per BGP-Updates in einem Layer-3-VPN verteilt.

Um die Kommunikation unterschiedlicher VPNs für bestimmte Multicast-Anwendungen zu erlauben, wurde zusätzlich NAT eingesetzt, um die privaten IP-Adressen in global eindeutige öffentliche IP-Adressen zu übersetzen. Carsten Michel, Technical Lead IP/MPLS Technologies bei Xantaro, erläutert: „Ein klarer Vorteil dieser Lösung zeigt sich im Core-Netz, welches lediglich BGP/MPLS verwendet und gänzlich ohne Multicast-Protokoll auskommt. Dies ermöglicht schnelle Konvergenz im Fehlerfall und effektive Skalierbarkeit der Dienste. „Das Projekt ist einmalig und wurde vor der Inbetriebnahme intensiv in unserem XT3Lab in Frankfurt getestet.“

Dedizierte Glasfaser

Zur Gewährleistung von Echtzeitübertragung der Nachrichten entstand zunächst eine neue Netzinfrastruktur mit extrem niedriger Latenzzeit. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche Standorte in Europa mit einer Kapazität von bis zu 100 Gigabit pro Sekunde über dedizierte Glasfaserleitungen vernetzt. Die kurzen Latenzzeiten ermöglicht das Netzwerk durch gute Streckenführung, Dense Wavelength Division Multiplex (DWDM) sowie Ethernet-Dienste.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)



Spamschutz 

Bitte geben Sie das Resultat dieser Rechenaufgabe (Addition) ein:
Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2046286)