27.04.2009 | Autor / Redakteur: Lisa Phifer / Stephan Augsten
Spyware ist längst mehr als nur eine unbedeutende Plage, die Desktop-Rechner und Netzwerk-Knotenpunkte ausbremst, sondern ist aufgrund illegal erzielter Profite mittlerweile der Crimeware zuzuordnen. In 2010 werden derartige, finanziell motivierte Attacken rund 70 Prozent der Netzwerk-Sicherheitsvorfälle ausmachen, schätzt der Marktanalyst Gartner.
Für einen erfolgreichen Kampf gegen bösartige Spyware ist ein mehrstufiger Sicherheitsansatz auf Client-, Server- und Netzwerk-Ebene vonnöten. Mit Desktop-Antispyware-Lösungen sind Security-Experten bereits bestens vertraut. Allerdings gibt es auch schon Überlegungen, wie Unified Threat Management (UTM) Appliances dabei helfen können, Spyware an Workgroup- und Netzwerk-Perimetern abzuwehren.
Von rein nervtötender Adware wie der ISTBar bis hin zu heimlichen Backdoor-Attacken ist Spyware vermutlich für ein Viertel der Helpdesk-Anrufe und die Hälfte der an Microsoft kommunizierten PC-Abstürze verantwortlich. IDC-Schätzungen zufolge sind drei Viertel der Firmenrechner innerhalb ihres Lebenszyklus mindestens einmal mit Spyware infiziert. Dem Security-Hersteller Weboot zufolge betragen die jährlichen Kosten für Spyware-bezogene Ausfallzeiten und Bereinigung infizierter Systeme pro User etwa 250 US-Dollar.
Die Spyware-Bekämpfung auf dem Desktop erfordert neue Techniken und Tools; nicht nur, weil das Aufkommen derartiger Programme in den vergangenen Jahren zugelegt hat, sondern weil sie sich grundsätzlich anders verhalten als Viren oder Würmer.
Auf dem Markt gibt es zahlreiche Antispyware-Produkte, die allerdings oft nur eine bestimmte Ebene absichern: Firmenlösungen wie CAs eTrust Pest Patrol, Lavasoft Ad-Aware Enterprise oder Webroot Spy Sweeper Enterprise dienen ausschließlich der Host-basierten Spyware-Bereinigung. Für den Desktop bringen Sicherheitssuites oftmals einen Spyware-Schutz mit. Beispielsweise kombiniert Symantecs Client Security Antivirus- und Antispyware-Funktionen mit einer Desktop-Firewall und Intrusion Prevention. Darüber hinaus bietet auch Microsoft mit dem Defender rudimentäre Antispyware-Mechnismen für seine Betriebssysteme Windows XP Service Pack 2 und Vista an, die allerdings aktiviert werden müssen.
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