eBook: IT-Security und Schattenbanken

Sicherheitsarithmetik der Finanzindustrie

11.01.12 | Autor: Peter Schmitz

Limes zeigt sein Gesicht

Limes ähnelte einer riesigen Datenkrake mit vielen Armen, deren glitzerndes Auge in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kreml beheimatet war.Der Name der Organisation war eher zufällig entstanden. Von der Machtfülle und Größe markierte der Grenzwall einen indirekten geschichtlichen Verweis auf das Römische Reich längst vergangener Dekaden. Wobei Igor fand, dass seine geniale Aufgabe genau darin bestand, diesen Grenzwall nach innen zu verteidigen und nach außen mit einem gelegentlich brachialen Instrumentarium zu durchbrechen.

Und zwar mit Hilfe von Computerspezialisten, nach denen er gar nicht lange zu fahnden brauchte. Ein Heer von willigen und zu allen Schandtaten bereiten Hackern stand ihm rund um die Uhr zur Verfügung. Dafür brauchte man nur kleine Zeitungsinserate aufzugeben, getreu dem Motto: „Versierter Computerspezialist in allen gängigen Programmiersprachen gesucht. Geboten werden gute Bezahlung und viel versprechende Zukunftsperspektiven sowie Aufstiegschancen.“ Aber derartige Offerten sprachen sich auch ohne Zeitungen herum. An Dutzenden Technischen Universitäten und auf der Straße lungerten gut ausgebildete Fachkräfte herum.

Lichtbank: Kreatives Gegenmodell zum globalen Bankensystem

Man hatte sich einen genialen Masterplan ausgedacht, wie man der Finanzindustrie endgültig in die Suppe spucken würde. Man kreierte dazu bei Virology kurzerhand eine eigene Währungseinheit. Die Bytecorns sollten für die Nutzer der Dreh- und Angelpunkt zu einer „Lichtbank“ darstellen, wie sie es in einem internen Strategiepapier nannten. Man verstand darunter eine geistige Zufluchtsstätte, die im grellen Kontrast zum schmutzigen Geld in der gefräßigen Finanzindustrie stand. Wenn es irgendwann zum großen Knall in der Bankenwelt käme, so argumentierte Max, dann hätte man immerhin einen eigenen Lebensraum geschafften, ein finanzielles Biotop, das wenigstens den Jüngeren eine Perspektive aus dem ganzen Schlamassel aufzeigte. Das Brainstorming für diese neue Bank beziehungsweise virtuelle Währungseinheit warf kontroverse Diskussionen auf. Den anderen waren die bisherigen Ansätze wie die Bitcoins, die es auf dem Markt schon einige Zeit gab, nicht radikal genug. Andere wiederum witterten die schleichende Unterwanderung durch kriminelle Gruppen, da die Zahlungen anonym erfolgten.

Über eines allerdings war man sich einig: Die Aktivisten trachteten danach, ihr Geld dem realen und vollständig korrupten Finanzsystem dadurch zu entziehen, dass sie alles mit jedem in einem inneren Zirkel über die neue Einheit austauschten. Aber Virology gelobte einiges anders und vielleicht besser zu machen als die bisherigen Vorbilder, die durch Kritik von außen ins Gerede kamen. Auch Max sah das virtuelle Geld noch nicht als durchdachte Alternative zum Mainstream an. Man wollte in der Lichtbank deshalb unterschiedliche Ansätze unterstützen. Man griff dabei auf die Grundidee von Open Source zurück, um den allseits verfüg- und teilbaren Quellecode für Bytecorns transparent zu machen. Alle bisher existenten Alternativen, bis hin zu den Regionalwährungen, sollten in einen großen gemeinsamen Topf wandern. Man bediente sich der Grundgedanken von offenen Informationssystemen. Jeder Kunde sei so wichtig wie die Bank als Ganzes, ein Einzelner würde so zum Teil eines besseren Ganzen, so jedenfalls hoffte man es.

eBook "Schattenbanken"

Soweit einige kurze Leseproben. Weitere Informationen, sowie längere (kostenfreie) Textpassagen zu diesem Projekt finden Sie auf dem Experten-Weblog des Autors in der offiziellen Buchvorstellung

Kaufen kann man das eBook "Schattenbanken" von Lothar Lochmaier auf der ePublishing Plattform Xinxii.com zum Preis von 12,90 Euro. Dort finden Sie auch - ebenfalls kostenfrei - eine 20-seitige Leseprobe aus dem ersten Kapitel, das sich dem alltäglichen Arbeitsumfeld des Protagonisten Sebastian Heilfrisch in der fiktiven Frankfurter Handelsbank widmet.

Ergänzendes zum Thema
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