15.10.2007 | Redakteur: Martin Hensel
Laut einer aktuellen Studie von McAfee ist jeder vierte Anwender einem hohen Risiko bezüglich Identitätsdiebstahl ausgesetzt. Grund dafür sei vor allem der laxe Umgang mit Passwörtern, was die User anfälliger für Online-Betrugsversuche macht. Auch im mobilen Bereich herrscht Verbesserungsbedarf: Fast zwei Drittel aller Handynutzer haben die PIN-Abfrage abgeschaltet.
Im Rahmen einer Studie hat Sicherheitsexperte McAfee ermittelt, dass einer von vier Computernutzern in Europa hohem Risiko bezüglich Identitätsdiebstahl und Online-Betrug ausgesetzt ist. Grund dafür ist hauptsächlich der laxe Umgang mit Passwörtern: 24 Prozent aller Befragten nutzen ein einheitliches Kennwort zum Zugriff auf alle genutzten Online-Angebote, fast die Hälfte (43 Prozent) aller Anwender ändert dieses zudem nie. Damit steigt die Gefahr die eigene Identität preiszugeben, wenn das Passwort gestohlen wird.
Die Umfrage unter 3.500 Personen förderte auch zutage, dass längere und komplexe Passwörter bei vielen Nutzern keinen Anklang finden. Rund 30 Prozent aller Befragten gaben an, nur Passwörter mit einem bis sechs Zeichen zu verwenden. Weitere 22 Prozent benutzen Kennwörter, die ausschließlich aus Buchstaben bestehen.
„Die Ergebnisse dieser Studie sind insofern kritisch, da sie zeigen, wie nachlässig die Leute handeln“, erläutert Ex-Hacker Matthew Bevan. „Anwender, die ein einfach zu merkendes Passwort nutzen, machen es Cyber-Kriminellen leicht. […] Das Thema Online-Sicherheit wird nicht ernst genug genommen“, fügt er hinzu.
Ganz unverständlich sind die einfachen Zugangsdaten indes nicht: 41 Prozent der Teilnehmer gaben an, mindestens einmal täglich ihr Passwort zu nutzen. 20 Prozent benötigen ihr Kennwort zwischen zehn und 30 Mal am Tag. Die beliebtesten Passwörter bestehen aus Haustiernamen, gefolgt von einem Hobby oder dem Mädchennamen der Mutter. Gerade angesichts der wachsenden Beliebtheit von Social-Networking-Seiten wie Facebook oder MySpace ist der Einsatz solcher leicht herauszufindenden Informationen riskant.
McAfee befragte die Teilnehmer auch nach ihren Sicherheitsgewohnheiten bei Mobiltelefonen und bezeichnete die Ergebnisse als „mobilen Wahnsinn“. Demnach haben 61 Prozent der Befragten ihre PIN-Abfrage abgeschaltet. Gut drei Viertel (76 Prozent) ändern ihre PIN-Nummer nie, rund 29 Prozent bleiben bei der Voreinstellung ihres Geräts.
„Jeder weiß, dass Diebe teure Telefonate führen können, wenn ein Gerät gestohlen wird. […] Was die meisten Benutzer außer Acht lassen ist, dass die auf dem Handy gespeicherten Informationen, wie etwa Online-Passwörter oder persönliche Daten, ungeschützt sind“, betont Jan Volzke, Head of Marketing Mobile Security bei McAfee.
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