01.09.2011 | Autor / Redakteur: Martin Kuppinger / Peter Schmitz

In einer Diskussion mit meinem Kollegen Craig Burton habe ich mich unlängst über die Frage unterhalten, was die Gründe dafür sind, dass in vielen Fällen Funktionen proprietär in einzelnen Softwarelösungen integriert werden, die doch eigentlich auch als Standardfunktion in vielen Unternehmen zu finden sind. Dafür gibt es gute und schlechte Gründe – so unser Ergebnis.
Anwendungen mit eigenem Benutzermanagement, Anwendungen mit eigenen Workflow-Systemen, Anwendungen mit fest codierten Businessregeln wie beispielsweise Limits für Genehmigungen und so weiter – das sind keine Ausnahmen, sondern die Regel. Was beim Blick auf die einzelne Anwendung unproblematisch ist, wird in der Gesamtsicht schnell zum Problem.
Wesentliche Teile des Identity und Access Managements beschäftigen sich damit, die Benutzerinformationen aus verschiedenen Systemen, die Kennwörter und andere Daten in den Griff zu bekommen. Ganze Entwicklungsabteilungen leben davon, fest codierte Businessregeln immer wieder mal zu ändern. Und ganze Segmente des IT-Marktes wie beispielsweise der EAI- oder ETL-Markt (Enterprise Application Integration, Extract – Transformation – Load) haben ihre Daseinsberechtigung zu einem Gutteil ebenfalls deshalb.
Natürlich gibt es hier viele Altlasten, die über Jahre und Jahrzehnte entstanden sind. Nur: Es entstehen auch ständig neue Lasten, und zwar überall. Ob es sich um Eigen- oder Auftragsentwicklungen, COTS-Software (Common of the shelf) oder Cloud-Dienste handelt – überall finden sich wohl mehr Beispiele für mangelnde als gelungene Wiederverwendung.
Natürlich macht das in manchen Fällen Sinn. Eine standardmäßige Datenbank hat den Vorteil, dass sich Systeme oft leichter und schneller installieren lassen. Wenn man aber optional auch das nutzen kann, was im Unternehmen Standard ist und im Storage Management mit viel Aufwand optimiert wurde, ist es noch besser. Spezielle Workflows können deutlich einfacher in der Nutzung sein und optimierte Funktionen bieten, die sich bei Standard-Workflow- oder –BPM-Systemen nicht finden.
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