01.03.2010 | Redakteur: Peter Schmitz
Im Jahr 2010 wird es eine allmähliche Verschiebung der Angriffsziele geben – weg von Attacken über das Web, hin zu Angriffen über Filesharing-Netzwerke (P2P-Netze). Bereits im Jahr 2009 wurden zahlreiche Schadprogramme über Torrent-Dateien verbreitet. Auf diese Weise verbreiteten sich nicht nur so starke Schädlinge wie TDSS und Virut, sondern auch die ersten Backdoors für MacOS. Für das Jahr 2010 erwarten die Kaspersky-Experten eine deutliche Zunahme derartiger Fälle in P2P-Netzen.
„Vor allem hinsichtlich mobiler Plattformen wie iPhone und Android erwarten wir für 2010 Komplikationen. Das Auftreten erster Bedrohungen für diese Plattformen im Jahr 2009 zeigt, dass die Cyberkriminellen ein zunehmendes Interesse daran entwickeln“, schätzt Alexander Gostev, Director des Global Research and Analysis Teams bei Kaspersky Lab, die Malware-Entwicklung für das Jahr 2010 ein.
Während sich die Gefahr für iPhone-User nur auf diejenigen beschränkt, die gehackte Geräte verwenden, so gilt diese Einschränkung für die Plattform Android nicht, denn die Anwendungen hierfür können aus jeder beliebigen Quelle installiert werden. Die wachsende Popularität von Telefonen auf Android-Basis in China und die unzulänglichen Kontrolltechnologien für die zu veröffentlichenden Anwendungen werden 2010 eine Reihe spürbarer Viren-Attacken nach sich ziehen.
Der Anteil von Spam im E-Mail-Traffic betrug im Jahr 2009 durchschnittlich 85,2 Prozent und damit 3,1 Prozent mehr als 2008. Schädliche Anhänge waren in 0,85 Prozent aller E-Mails enthalten.
Der Anteil von Phishing-Mails im E-Mail-Traffic betrug im Jahr 2009 durchschnittlich 0,86 Prozent. Offensichtlich verhielten sich die Anwender vorsichtiger, daher brachte Phishing den Betrügern nicht mehr den erwünschten Gewinn.
Soziale Netzwerke und Blogs entwickelten sich hingegen zu wahren Goldgruben für die Spammer. Ohne Moderation und deaktivierte anonyme Kommentare in Internet-Communitys wäre der Anteil von Spam-Mails in Blogs und sozialen Netzwerken schlicht katastrophal hoch. Auch im herkömmlichen E-Mail-Spam wird die Beliebtheit sozialer Netzwerke intensiv ausgenutzt.
Gefälschte Mitteilungen von sozialen Netzwerken, Phishing-Attacken auf ihre Anwender und Versendungen von Viren in angeblichen E-Mails populärer Dienste sind zu einem echten Problem des Web 2.0 geworden. Im vergangenen Jahr waren Facebook und Twitter die beliebtesten Zielscheiben der Cyberkriminellen.
Das Jahr 2010 wird in der Spam-Industrie vermutlich sehr viel ausgeglichener und ruhiger werden. Der Spam-Anteil am E-Mail-Traffic wird sich auf demselben Level wie zum gegenwärtigen Zeitpunkt bewegen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es weniger Fälle von SMS-Betrug geben wird, insbesondere dann, wenn sich die Mobilfunkanbieter dem entschieden entgegenstellen. Die Menge an unerwünschten Nachrichten in sozialen Netzwerken wird weiterhin zunehmen, die Spammer werden sowohl ihre alten Methoden verbessern als auch mit neuen Tricks aufwarten.
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