10.11.2008 | Redakteur: Peter Schmitz

Husten, Schnupfen, Fieber, schnell hat man sich einen Virus eingefangen und fühlt sich nicht mehr wohl in seiner Haut. Seit 25 Jahren gilt dieses Schicksal auch für Computer, denn am 10. November 1983 stellte Fred Cohen den ersten Computervirus. Nur wenige Jahre später gab es bereits Hunderttausende von Virengenerationen und Millionen infizierter PCs und bis heute sind Computerviren eine allgegenwärtige Gefahr
Vor 25 Jahren, am 10. November 1983, veröffentlichte Fred Cohen als Doktorand an der University of Southern California die erste praktische Umsetzung eines durch Infektion anderer Dateien selbstreplizierenden Programms und damit den ersten Computervirus. Was als Doktorarbeit begann entwickelte sich bereits in den 90er Jahren in Verbindung mit der PC-Revolution zu einer ernsten Bedrohung für die noch jungen IT-Systeme.
Zu beginn hatten es die PC-Benutzer vor allem mit zwei Arten von Viren zu tun. Dies war zum einen der Dateivirus, wie von Cohen beschrieben. Er hängt sich ans Ende einer ausführbaren Datei, wird mit dieser gestartet und repliziert sich dann, indem er sich in anderen, noch nicht infizierte Dateien kopiert. Der zweite Typus ist der Boot-Virus. Dieser nistet sich im Bootsektor von Festplatten und Disketten ein und wurde durch den Austausch von Floppy-Disks von Computer zu Computer übertragen.
In den späten 90er Jahren wurden die beiden eher klassischen Virenarten „dank“ der immer populäreren Microsoft Office Programme zunehmend durch Makro-Viren verdrängt. Bevor Microsoft in Office Sicherheitsfeatures wie die Makrosignatur eingefügt hat, war dieser Virustyp quasi die vorherrschende Spezies. Aber auch heute noch sollte man seine Office-Anwendungen so einstellen, dass Makros nicht automatisch gestartet werden, wenn man das Trägerdokument öffnet.
War es in den 80er und 90er Jahren vor allem persönlicher Ehrgeiz und Geltungssucht, der Virenautoren zum Entwickeln und Verbreiten ihrer digitalen Schädlinge brachte, hat sich dieses Bild heute stark gewandelt. Statt Viren wurde in den letzten Jahren vor allem das Trojanische Pferd oder kurz der Trojaner der am häufigsten anzutreffende Schädling und aus Einzeltätern wurden gut organisierte kriminelle Netzwerke.
Hersteller von Antivirus-Software müssen sich heute gegen viel intelligentere Schadprogramme zur Wehr setzen, die sich nicht nur selbst mutieren und verschlüsseln können, sondern die auch noch zum Gegenangriff übergehen und Antivirenprogramme sogar gezielt deaktivieren können. Rein signaturbasierte Lösungen tragen dabei längst nicht mehr den Sieg davon, Heuristiken zur Erfassung auch bisher unerkannter Schädlinge sind inzwischen die gängigste Lösung.
Die Virenentwickler schlafen auch nach 25 Jahren nicht und deshalb dürfen sich auch die IT-Security-Experten in den Unternehmen keine Ruhepause gönnen. Damit Sie in Sachen Virenbekämpfung und Malware-Know-how mit Leichtigkeit immer up-to-date sind, haben wir für Sie in unserem SearchSecurity-Special: Antivirus alles Wissenswerte rund um Viren, Würmer und Trojaner in Form von fundierten Fachartikeln zusammengestellt. Surfen Sie doch mal vorbei und entdecken Sie, mit welchen Tricks Malware inzwischen arbeitet und wie man sich davor schützt.
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