16.03.2011 | Autor / Redakteur: Marcell Dietl / Stephan Augsten

Regierungen und Unternehmen setzen verstärkt auf Open-Source-Software, da das Mehr-Augen-Prinzip einen Sicherheitszuwachs verspricht. Doch blindes Vertrauen stellt eine Gefahr für die eigenen Daten dar. SearchSecurity.de stellt mehrere Ansätze zur Quellcode-Analyse und Risiko-Minimierung vor.
Der OpenBSD-Gründer Theo de Raadt erhielt Ende 2010 eine E-Mail, die in der Öffentlichkeit für große Besorgnis sorgte. Darin wurde vor einer möglichen Hintertür in OpenBSD gewarnt, Auftraggeber sei das FBI gewesen. Autor der E-Mail war ein ehemaliger Berater der Bundesbehörde, dessen Verschwiegenheitsvereinbarung nach zehn Jahren ausgelaufen war.
Prompt durchgeführte Code-Reviews brachten zwar keine Backdoor zum Vorschein, doch ein fader Beigeschmack bleibt. Zudem war es Unbekannten nur wenige Tage zuvor gelungen, eine – recht plumpe – Lücke in den Code des quelloffenen FTP-Servers ProFTPD zu pflanzen.
Fälle dieser Art zeigen die Problematik, die der Einsatz fremder Software mit sich bringt. Und speziell in der Open-Source-Gemeinde ist es üblich, den Code anderer Projekte in das eigene zu integrieren – inklusive aller Bugs und möglicher Hintertüren.
Besonders in kritischen Bereichen, in denen der Zugang zu sensiblen Daten möglich ist, sollte blindes Vertrauen in fremde Programmierer durch strikte Kontrollen der eigenen Experten ersetzt werden. Nur so kann auch von einem wirklichen Zugewinn an Sicherheit gesprochen werden.
Die mit Abstand gröbste Methode, Software-Fehler zu finden, stellt die bloße Suche nach bestimmten Schlüsselwörtern dar. So ließe sich etwa mit dem Linux-Kommando „grep“ jede Codezeile ausgeben, in der die für Buffer Overflows berüchtigte strcpy()-Funktion auftaucht.
Auf diese rein lexikalische Taktik setzt zum Beispiel das in Python geschriebene Tool „flawfinder“ von David A. Wheeler. Leider birgt diese Vorgehensweise zwei große Nachteile:
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