21.01.2008 | Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Peter Schmitz
Um die vielfältigen Gefahren aus der Tiefe des World Wide Web abzuwehren brauchen Unternehmen ein systematisches Web Reputation Management als unverzichtbaren Bestandteil eines lückenlosen Sicherheitskonzepts. Es gilt den Hebel aber an der richtigen Stelle anzusetzen, denn oft sind die Absichten zwar vorhanden, es fehlt aber an einer konsistenten Strategie.
Laut Gartner rücken Internetanwendungen im kommenden Jahr zur Nummer Eins bei der Verbreitung von Malware auf. Der Ruf und die Glaubwürdigkeit von Unternehmen stünden dadurch auf dem Spiel. Die webbasierte Sicherheit sei endgültig zum „geschäftskritischen Faktor“ aufgestiegen, so die Auguren. Den drohenden Flächenbrand nur punktuell zu löschen, bringt hier aber kaum weiter. Gefragt sind vielmehr Konzepte, die sich wirksam in Datenschutz und IT-Sicherheitsrichtlinien integrieren lassen.
Während die Malware-Architekten oftmals leichtes Spiel bei der Verbreitung ihrer Schädlinge haben, feilen die Sicherheitsspezialisten weiterhin an entsprechenden Lösungskonzepten. Die Liste der Anbieter mit dezidierten Konzepten wie URL-Filter oder Scanreports erweitert sich fast im wöchentlichen Rhythmus. Was zählt ist indes die rasche Reaktion, um Eindringlinge möglichst schon an der Eingangstüre ins Unternehmen abzufangen.
Die Liste beginnt beim Endanwender. Bunt ist mittlerweile nicht nur die Anzahl an Web 2.0-Technologien, sondern auch die Masse an unerwünschten Einträgen auf privaten wie öffentlichen sozialen Netzwerkseiten. So ermöglicht etwa die deutschsprachige Plattform MyOnID.de das Anlegen eines zentralen Profils, damit die relevanten Treffer gleich unmittelbar zur eigenen Person verweisen.
Das Unternehmen wirbt sogar mit dem Slogan „Mein guter Ruf im Internet“. Passende URLs lassen sich auf der Plattform auswählen, die übrigen nicht gewünschten Einträge ablehnen. Fällt dem Nutzer die Gratwanderung zwischen Selbstmarketing und Datensparsamkeit schwer, steht schon der nächste Anbieter parat. Denn wer sich ein aktuelles Bild vom eigenen Image im Netz machen möchte, kann sich dazu an spezialisierte Anbieter wie Reputationdefender.com wenden.
Wer aber bereit ist für derartige Dienste bares Geld auszugeben, sollte vorher bedenken, dass sich auch über die Plattformbetreiber direkt bzw. die von Google daraus generierten Sucheinträge unliebsame Einträge löschen lassen. Oftmals ist diese Option den Anwendern nur nicht ausreichend bewusst.
Für jene, die beim Webmaster des Webbetreibers noch nicht mit der Lösung eines Eintrages vorstellig geworden sind, stellt der Suchgigant weitere Informationen bereit.
Hat der Webmaster bereits die nötigen Änderungen an der Webseite unternommen und den Eintrag gelöscht, können Nutzer ein „Tool zum Entfernen von Webseiten“ aufrufen und eine Anfrage auf Entfernen dieser Information aus Google stellen.
Leider muss sich der genervte Anfragende dazu erst vorher mit einem Account registrieren oder diesen neu anlegen. Dies bedeutet nicht nur eine wenig nutzerfreundliche zusätzliche Datenabfrage. Unklar ist auch, wohin die erhobenen Daten wandern. Insofern stellt sich die Frage, ob sich die Gefahr, das eigene Image im Netz negativ zu färben, tatsächlich komplett beseitigen lässt. Denn auch für Unternehmen ist die Thematik keineswegs leichter zu handeln als für den Privatnutzer.
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