30.08.2007 | Redakteur: Martin Hensel
Laut Bitkom nahm die Anzahl der Phishing-Opfer im vergangenen Jahr um 23 Prozent zu. Insgesamt wurden bundesweit mehr als 13 Millionen Euro in betrügerischer Weise von Konten entwendet. Trotz des gestiegenen Security-Bewusstseins ist keine Entspannung in Sicht: Im ersten Halbjahr 2007 nahmen die Phishing-Attacken wieder um rund 25 Prozent zu.
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hält Vorsorge gegen Betrug beim Online-Banking für wichtiger denn je. So stieg die Anzahl der Internet-Nutzer, deren Konten mit geklauten Passwörtern geplündert wurden, im vergangenen Jahr um 23 Prozent an.
Unter Berufung auf die aktuellen Zahlen verschiedener Bundesländer ist laut Bitkom keine Besserung in Sicht: Allein für das erste Halbjahr 2007 wird eine weitere Zunahme der Phishing-Fälle um rund 25 Prozent erwartet.
Am deutlichsten nahmen die Attacken in Sachsen zu: Hier wurden 169 Prozent mehr Phishing-Fälle als noch 2005 registriert. Bundesweit ergaunerten die Betrüger in mehr als 3.250 Angriffen rund 13 Millionen Euro. Der durchschnittliche Schaden liegt bei 4.000 Euro, dieser Wert stieg im ersten Halbjahr 2007 allerdings auf 4.700 Euro pro Fall an.
„Wir brauchen dringend ein belastbares Gesetz gegen Phishing“, fordert Bitkom-Vizepräsident Heinz Paul Bonn. Bisher sei der Kontodaten-Klau nicht eindeutig verboten, die Polizei könne nur tätig werden, wenn tatsächlich ein Schaden vorliegt. Bereits der Versuch, fremde Kontendaten auszuspähen, müsse laut Bonn hart bestraft werden.
International nimmt die Zahl der Betrugsversuche weiter zu: Die Anti-Phishing-Arbeitsgruppe APWG registrierte in ihrer jüngsten Statistik monatlich über 23.000 Attacken. Mehr als 37.000 gefälschte Bank-Webseiten werden von den Online-Kriminellen unterhalten, ein Großteil davon wird in den USA gehostet.
Als Grund für die zunehmenden Phishing-Angriffe nennt Bitkom vor allem raffiniertere Betrugsmethoden. Nur noch rund zehn Prozent der Schäden entstehen durch E-Mail-Links auf gefälschte Bank-Seiten, wo die Opfer ihre Kontodaten eingeben. In den meisten Fällen werden die Daten mittels eines Trojaners gekapert, der die Informationen heimlich ausspäht und weitergibt. Andere Schadprogramme leiten die Nutzer unbemerkt auf falsche Online-Banking-Seiten weiter.
Mittlerweile erstatten viele Banken Phishing-Schäden, sofern der Benutzer nicht grob fahrlässig gehandelt hat. Ein Rechtsanspruch darauf besteht aber in der Regel nicht. Vorbeugung sei daher laut Bonn unverzichtbar. Bitkom hat dazu einige nützliche Tipps zum sicheren Online-Banking zusammengefasst:
Nehmt doch endlich das iTAN-Verfahren von der Liste. Trojanersicher sind smsTAN oder chipTAN.
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