09.05.2008 | Redakteur: Martin Hensel
Wie der Entwickler von Internet-Sicherheitsprodukten ICC Solutions berichtet, nehmen die Schäden durch Phishing weiter zu. Besonders hart trifft es dabei Firmen aus der IT-Branche: Wird ein Software-Anbieter selbst Opfer von Online-Betrügern, kann das fatale Folgen für den Absatz der Produkte haben.
Phishing entwickelt sich laut ICC Solutions zu einem immer größeren Problem für Privatanwender und Unternehmen. Anfang des Jahres meldete das Bundeskriminalamt eine deutliche Zunahme der Phishing-Schäden um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Schadenhöhe lag laut BKA-Präsident Jörg Ziercke im Schnitt bei 4.000 bis 4.500 Euro pro Phishing-Attacke.
Noch schwerer wiegt allerdings der Image-Verlust, wenn Online-Betrüger sich mit den Namen von Firmen tarnen. Jüngstes Opfer wurde der Sicherheitsspezialist Panda Security, dessen Namen im Rahmen einer Spam-Welle missbraucht wurde.
„Niemand kauft Software von einem Unternehmen, das selbst als Opfer von Online-Betrügern in die Schlagzeilen geraten ist“, erläutert ICC-Geschäftsführer Ralf Nitzgen die Problematik. Gerade von IT-Firmen erwarte man ja, dass sie klüger als Online-Kriminelle agieren.
Ist das Vertrauen der Kunden erst einmal angeknackst, wird es extrem kostspielig, die Reputation wieder zu sanieren. Deutlich weniger kosten dagegen Maßnahmen, die derartige Missbrauchsversuche von vorneherein unterbinden.
Trotzdem fragen viele Firmen solche Lösungen erst an, wenn der Schadensfall bereits eingetreten ist. Hier muss nach Meinung des ICC-Chefs ein Umdenken stattfinden: „Vielleicht ist der Leidensdruck der Unternehmen für ein umsichtiges Handeln einfach noch nicht hoch genug“, argwöhnt er.
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