Web-Reputation schützt vor Online-Threats und schädlichem Spam

Verhaltensbasierter Security-Scan der E-Mail- und Internet-Kommunikation

16.10.2007 | Autor / Redakteur: Mandy Kühn / Peter Schmitz

Web-Reputation schützt die E-Mail- und Internet-Kommunikation.

Vor einigen Jahren noch war Spam einfach nur lästig. Heute ist er zunehmend gefährlich, denn E-Mail- und Web-Bedrohungen wachsen immer weiter zusammen. Ein Beispiel sind gemischte Attacken aus schädlichen Web-Inhalten und harmlos wirkenden E-Mails, sogenannte Blended Threats. Angesichts dieser neuen Internet-Bedrohungen ermöglicht Web-Reputation eine schnelle und genaue Einschätzung, ob eine Website als vertrauenswürdig oder unseriös einzustufen ist.

Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner werden Internetanwendungen schon ab dem Jahr 2008 Quelle Nummer eins für Malware in den Unternehmen sein. Auch die Analysten von IDC bestätigen, dass sich die Seiten, die Spyware verbreiten seit 2005 vervierfacht haben und auf mehr als 300.000 Websites gewachsen sind.

Vor allem in E-Mails enthaltene Links leiten gutgläubige User auf solche harmlos anmutenden, aber vergifteten Webseiten weiter, über die sich Schadcodes verbreiten. Zudem wechseln die Attacken immer schneller ihre Muster, so dass die herkömmlichen Anti-Viren-Programme oft erst mehrere Tage nach einem Ausbruch Schutz bieten.

Neben der steten Zunahme der Spyware und der web-basierten Angriffe steigt auch deren Effizienz. Während noch vor einigen Jahren ein typischer Virenbefall lediglich die Arbeitsleistung der PCs kurzzeitig drosselte, können heute gefährliche Key-Logger und heimtückische Überwachungssysteme Informationen ausspionieren und stehlen. Zum Beispiel kann der eigene PC durch eine Vireninfektion zum so genannten Zombie werden, der ferngesteuert Spam-Mails und Viren verschickt – ohne dass der Anwender davon etwas merkt.

Zombies sammeln beispielsweise Informationen über Kreditkarten und Bank-Accounts und blockieren ganze Services. Auf diese Weise wurden beim Sober-Z Angriff im Jahr 2005 Adressbücher ausspioniert. Sober-Z ist längst kein Einzelfall: im Jahr 2005 verfügten 75 Prozent aller Viren über eine Funktion, um Spam-Mails zu verbreiten und 60 Prozent der Viren enthielten Spyware.

Unzureichender Schutz

Sicherheit im E-Mail- und Webverkehr ist angesichts des steigenden Gefahrenpotenzials durch Malware nicht nur für Endnutzer wichtig, sondern insbesondere für Administratoren. Setzen sich diese nicht ausreichend mit dem Thema auseinander, kann das weitreichende Konsequenzen haben – von der Verletzung der Persönlichkeitsrechte, über Datenspionage bis hin zum Datenmissbrauch und finanziellen Schäden.

Während heute erst zehn bis 15 Prozent der Unternehmen Malware-Filter für ihren Web-Verkehr einsetzen, gehen die Gartner-Experten aufgrund zunehmender Gefahren von einer Steigerung auf 70 Prozent bis 2011 aus. Dass bisher nur wenige Unternehmen Anti-Malware-Schutz im Web-Gateway installiert haben, liegt unter anderen am geringen Durchsatz, der hohen Latenzzeit sowie der geringen Skalierbarkeit der ersten Generation von Antiviren-Lösungen. Durch immer neue Bedrohungsmuster wie PDF-, Excel- oder Image-Spam ist ein Ausfiltern durch Signaturen für die herkömmlichen Filter nahezu unmöglich.

Effektiver ist eine Methode, die sowohl den Inhalt als auch die Zusammensetzung eines Threats, dessen Herkunft und Absender analysiert. Diesen Ansatz bietet die von IronPort entwickelte Technologie der Web-Reputation. Deren Ziel ist es, die Seriösität einer Web-Adresse genau einzuschätzen, um Anwender vor Phishing-Seiten, Betrugsversuchen oder unliebsamem Spam zu schützen.

Der Reputationsdienst untersucht das Verhalten einer IP-Adresse mittels statistischer Messungen. Diese Einschätzungen sind in vielen Fällen bereits verfügbar, wenn der Angriff gerade erst beginnt. Insbesondere für Unternehmen ermöglicht das reputationsbasierte Verfahren sowohl auf Netzwerk- als auch auf Applikationsebene eine sehr frühzeitige Abwehr von Spyware- und Malware-Attacken.

Seite 2: Spione entlarven

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