Verfechter von Online-Werbung laufen Sturm gegen Browser-Plugin

Internet-User nutzen Firefox Adblocker als Antivirus-Tool

28.08.2007 | Autor / Redakteur: Katharina Guderian / Stephan Augsten

Immer mehr Webseiten-Betreiber blockieren den Zugriff durch Firefox, da dessen Adblocker die Homepages ohne Werbung anzeigt. Doch die Anwender protestieren. Sie verweisen auf den Trend, dass sich Malicious-Code immer öfter über Popups und Banner-Werbungen verbreitet und deshalb ein Adblock die beste Schutzmaßnahme ist.

Danny Carlton, Betreiber der Webseite Jacklewis.net, verweigert allen Firefox-Usern den Zugang. Denn seiner Ansicht nach unterlaufe deren Adblocker das Interesse der Seiten-Betreiber, da diese finanziell von der Werbung abhängig sind. „Wenn man sich Zugang auf den Content verschafft aber dabei die Werbung blockiert, ist das nichts Anderes als Diebstahl“, wettert er auf einer eigens für den Protest eingerichteten Webseite whyfirefoxisblocked.com.

Der Entwickler des Adblockers für Firefox, Wladimir Palant, glaubt jedoch nicht, dass das Tool nur wegen der Werbung benutzt wird – sondern immer häufiger auch als Schutz vor den zunehmenden Hacker-Angriffen, die über Online-Werbung verbreitet werden. „Das Sicherheitsbewusstsein ist bei den Firefox-Usern größer. Viele sind aus Sicherheitsgründen vom Internet-Explorer auf Firefox umgestiegen, und diese User schützen sich jetzt auch verstärkt gegen Attacken die von der Online-Werbung ausgeht“, lautet seine Vermutung.

Adblocker soll neben Werbung auch Malware abwehren

Die Pro-Adblock Bewegung hat inzwischen ein ähnliches Statement auf whyisfirefoxblocked.com gepostet: „Die Gefahr, dass Computer über Pop- Ups, Such-Balken oder endlosen Werbe-Anzeigen infiziert werden wird immer größer“.

Security-Hersteller McAfee hat beispielsweise ermittelt, dass vergangenen Mai 6,9 Prozent der gesponserten Werbe-Links zu verdächtigen Webseiten führten. Und laut einer Studie der Sicherheits-Firma Finjan sind sogar 80 Prozent der derzeit im Internet kursierenden bösartigen Computer-Codes in Werbung eingebettet.

Somit ist die größte Bedrohung für die Online-Werbe-Millionen nicht die Tatsache, dass Online-Werbung blockiert wird, sondern dass sie immer mehr das Vertrauen der User verliert. „Internet-Anzeigen sind nicht mehr sicher. Und das kann letztendlich ehrbare Werbetreibende davon abhalten ihr Geld in Online-Werbung zu stecken“, erklärt Scott Howe, Präsident des Internet-Werbenetzwerkes Drive Performance Media.

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