14.09.2010 | Autor / Redakteur: Dr. Sebastian Broecker, (ISC)² zertifizierter CISSP / Stephan Augsten
Daten sind weder gut noch böse. Was man aus ihnen liest, hängt vom Kontext ab. So kann ein Paketdienst die Position des Paketwagens per GPS bestimmen, um den Weg zu optimieren oder um zu sehen, wie lange der Zusteller Pause macht. Was findet man nun wirklich in Pandoras Büchse der Geodaten? Lassen Sie uns nachsehen!
Zahlreiche Social Networks, Apps und auch technische Geräte ermöglichen neuerdings die Bestimmung des Aufenthaltsortes des Nutzers. Dies kann zum Beispiel in Kameras mit GPS Modul gezielt genutzt werden, um später den Aufnahmeort der Fotos zu kennen.
In vielen Fällen wissen die Besitzer eines Geodatensenders – beispielsweise eines modernen Handys – jedoch nichts von dieser Funktion. In diesem Zusammenhang änderte kürzlich ein Hersteller beliebter Touchscreen-Smartphones seine AGBs in Deutschland so ab, dass er nun jederzeit die Position des Gerätes bestimmen und diese Daten dann an Dritte weitergeben kann.
Ein anderes Beispiel ist ein populäres Social Media Network, das es derzeit in den USA ermöglicht, auf „Knopfdruck“ bei Nutzung eines Smartphones mit GPS-Bestimmung die eigene Position anzugeben. Aber leider nicht nur die eigene, sondern auch die von Begleitern. Diese haben anscheinend erst mal keine Möglichkeit, etwas gegen die Datenerfassung zu tun. So weiß man wo Sie sind. Jederzeit!
Die Datenerfassung an sich ist nicht schlimm, denn Daten werden erst durch den Kontext nützlich oder gefährlich:
Problematisch wird es also, wenn sich Kontext und Interpretation der Daten dem Wissen des Überwachten entziehen. Während man, zumindest grob, verstehen kann, was mit den Facebook-Daten, die man selber eingestellt hat, geschieht, reicht das Verständnis für die Auswertung von Bewegungs- bzw. Standortdaten nicht so weit.
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