Security-Tools – Das Metasploit-Framework (Teil 1)

Hacker-Angriffe mit Exploit-Framework Metasploit simulieren

23.12.2009 | Autor / Redakteur: Marcell Dietl / Stephan Augsten

Mit dem Metasploit-Projekt erhalten Penetration-Tester eine ganze Tool-Sammlung fürs Ethical Hacking.

Zwischen dem Bekanntwerden einer Schwachstelle und dem Erscheinen des ersten Exploits vergehen oft weniger als 24 Stunden (Zero-Day-Exploit). Auf anschließende Angriffe seitens Krimineller ist heutzutage fast immer Verlass. In dieser Artikelreihe zeigt SearchSecurity.de, wie man den Angreifern dank des Exploit-Frameworks Metasploit einen Schritt voraus bleiben kann.

Wer mit dem Entwickeln von Exploits Geld verdienen wollte, dem blieb bis vor einigen Jahren meist nur der Weg in dubiose Untergrundforen. Erst die von der US-Firma Tippingpoint ins Leben gerufene Zero-Day-Initiative ermöglichte den seriösen Verkauf von Angriffscode an betroffene Hersteller und bietet nun weltweit einigen Hundert Personen eine spezialisierte Plattform.

Doch schon längst ist das freie und quelloffene Metasploit Framework – kurz Metasploit oder MSF – nicht mehr nur für eine kleine Zahl von Entwicklern interessant. Die vielen Funktionen, die seit der Umstellung von Perl auf Ruby in Version 2 hinzugefügt wurden, sind vor allem für Sicherheitstests in größeren Netzwerken gut geeignet.

So lassen sich gesammelte Daten seitens der beliebten Netzwerkscanner Nmap oder Nessus problemlos in Metasploit importieren und in einer Datenbank speichern. Dort abgelegt lassen sie sich schnell verarbeiten und können von vielen Dutzend vorinstallierten Hilfsmodulen verwendet werden.

Deren Funktionsumfang reicht von passiven Tests auf fehlende Passwörter bei Server-Diensten bis hin zum offensiven Ausführen aller zur Verfügung stehenden Exploits gegen einzelne Rechner oder ganze Netzwerke.

Mit dem Metasploit-Framework interagieren

Die ersten Versionen von Metasploit waren vornehmlich für Unix- und Linux-Derivate konzipiert. Dies hat dazu geführt, dass vor allem die Konsole msfconsole die am weitesten verbreitete Schnittstelle darstellt. Nur auf diesem Weg stehen dem Nutzer wirklich alle Funktionalitäten der Plattform zur Verfügung. Da Metasploit immer beliebter wurde und mittlerweile auf allen gängigen Betriebssystemen lauffähig ist, sind jedoch weitere Schnittstellen hinzugefügt worden.

Das Command Line Interface msfcli bietet die beste Möglichkeit, sich wiederholende Aufgaben wie das Starten von Exploits mit speziellen Parametern in Skripten zu automatisieren. Es ist deshalb die erste Wahl für die Entwickler neuer Exploits oder Hilfsmodule.

Mit der auf GTK basierenden Schnittstelle msfgui, die sich vor allem an Windows-Nutzer richtete, gab es bis vor kurzem auch eine grafische Variante, die jedoch nicht weiter unterstützt wird. Ebenso wurde die Weiterentwicklung der auf AJAX aufgebauten Websteuerung msfweb aufgrund des sehr hohen Speicherbedarfs fast komplett auf Eis gelegt. Wer auf einen Großteil der Funktionen von MSF nicht verzichten will, dem bleibt derzeit nur der Weg über die Kommandozeile.

Seite 2: Wege zur Informationsgewinnung in Netzwerken

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