IT-Versicherungen: Auf den genauen Leistungsumfang achten

Bei IT-Versicherungen müssen die Ausschlusskriterien beachtet werden, um Versicherungslücken zu vermeiden. Diese sind dann mit Ergänzungen abzudecken.

Eine der klassischen IT-Versicherungen ist die Elektronikversicherung. Sie zählt zu den Versicherungen mit einer All-Risk-Deckung oder Allgefahrendeckung. Auch wenn es so klingt, Allgefahrendeckung bedeutet nicht automatisch, dass alle Risikoarten, die mit elektronischen Geräten verbunden sind, wirklich zum Leistungsumfang gehören müssen. Vielmehr bedeutet die All-Risk-Deckung eher, dass alle Geräte der Informations- und Telekommunikationseinrichtungen sowie die Sicherungs-, Melde- und Bürotechnik in den Geltungsbereich der Elektronikversicherung fallen.

Ob wirklich alle Risiken, von denen die IT-Geräte bedroht sind, und alle Auswirkungen im Schadensfall eingeschlossen sind, ist eine andere Frage. Hier können durchaus bestimmte Risiken in den Versicherungsverträgen ausgeschlossen sein. Das sollten Unternehmen als Versicherungsnehmer aber wissen und in der Risikovorsorge berücksichtigen.

Zusatzmodule bringen zusätzlichen Schutz

Für die Elektronikversicherung empfiehlt sich deshalb vor Abschluss und bei späterer Prüfung des bestehenden Versicherungsschutzes ein Blick in die Bedingungen und Klauseln. So kann zum Beispiel durchaus der Schaden durch Leistungswasser in einer Elektronikversicherung ausgenommen sein. Dabei muss aber beachtet werden, dass der eigene Vertragsvertrag an bestimmten Stellen von den allgemeinen Bedingungen und Klauseln des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft abweichen kann, da es sich in der Regel um Empfehlungen des GDV handelt.

In vielen Fällen können nicht abgedeckte Risiken und Versicherungsleistungen durch Zusatzpakete mitversichert werden. Im Fall der Elektronikversicherung gibt es zum Beispiel zusätzliche Module wie Elektronik-Betriebsunterbrechungsversicherung oder Elektronik-Mehrkostenversicherung. Damit lassen sich beispielsweise abdecken:

  • entgangener Gewinn durch ausgefallene IT-Dienste
  • fortlaufende Kosten trotz IT-Ausfall durch Löhne oder Mieten
  • Zusatzkosten durch die Nutzung der IT-Infrastrukturen Dritter während der Ausfallzeit

Die in der Elektronikversicherung ausgeschlossene Versicherung von Datenträgern kann mit dem zusätzlichen Abschluss einer Elektronik-Daten- und -Softwareversicherung kompensiert werden. Unternehmen können sich also ihren IT-Versicherungsschutz bausteinweise zusammensetzen.

Versicherungsbedingungen: Den genauen Schutzumfang kennen

Auch bei anderen IT-Versicherungen sollten Unternehmen jeweils ganz genau den Umfang der angebotenen Versicherung klären. So ist zum Beispiel in einer Haftpflichtversicherung für IT-Dienstleister der Betrieb eines Telekommunikationsnetzes nicht enthalten, wie die besonderen Bedingungen und Risikobeschreibungen für die Haftpflichtversicherung von IT-Dienstleistern des

Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zeigen.

Ein weiteres Beispiel für die Begrenzung des Versicherungsumfangs bei einer IT-Haftpflichtversicherung sind die Vermögensschäden aus der Verletzung von Datenschutzgesetzen: Ausgeschlossen bleiben bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen zum Beispiel die Ansprüche hinsichtlich Auskunft, Berichtigung, Sperrung und Löschung von Daten. Außerdem sind die hiermit zusammenhängenden Verfahrenskosten sowie die Bußgelder, Strafen und Kosten derartiger Verfahren sowie Strafvollstreckungskosten nicht abgedeckt. Man kann also die Verpflichtungen aus dem Bundesdatenschutzgesetz nicht einfach auf eine Versicherung abwälzen.

Zudem ist es wichtig, grundsätzlich die Versicherungsvorausetzungen zu prüfen und dokumentiert umzusetzen. So besteht der Versicherungsschutz zum Beispiel durch eine Daten-Haftpflichtversicherung nur, wenn alle mit der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung der

Daten befassten Mitarbeiter des Versicherungsnehmers auf das Datengeheimnis verpflichtet sind (§5 BDSG).

Ausschlusskriterien: Was nicht versichert ist

Jede IT-Versicherung schließt bestimmte Risiken aus, die in den Vertragsbedingungen genannt sind. Das können durchaus typische Risiken sein, die der Versicherungskunde eigentlich nicht unter den ausgeschlossenen Risiken sehen würde. So können zum Beispiel Betriebshaftpflichtversicherungen für die Nutzer von Internet-Technologien unter anderem Spamming oder die missbräuchliche Verwendung von Internet-Cookies als versicherte Risiken ausschließen.

Verschiedene IT-nahe Risiken, die in IT-Versicherungen ausgeklammert werden, lassen sich durch ergänzende Versicherungen einbeziehen. So kann man bestimmte Brandrisiken durch eine betriebliche Feuerversicherung berücksichtigen. Auch bei solchen Versicherungen können in den Bedingungen Vorgaben etwa zu Daten und Software gemacht werden, die zu beachten sind. Ein Beispiel ist die vom Versicherer geforderte Frequenz der Datensicherung. So steht in den Allgemeinen Bedingungen für die Feuerversicherung (AFB), dass mindestens wöchentlich Duplikate von Daten und Programmen zu erstellen sind, sofern nicht in der Branche des Versicherungsnehmers kürzere Fristen zur Datensicherung üblich sind.

Fazit: IT-Risiken bestimmen, IT-Risiken minimieren, Restrisiko versichern

IT-Versicherungen sind nicht nur ein Thema für IT-Dienstleister, sondern für jedes Unternehmen, das IT betrieblich nutzt. Sie gehören zu einer Risikovorsorge zwingend dazu. Erkannte und bewertete IT-Risiken sollten insbesondere durch Maßnahmen der IT-Sicherheit minimiert und Restrisiken versichert werden. Dabei sollte auf mögliche Einschränkungen und zusätzliche Versicherungsbausteine geachtet werden. Ziel muss eine lückenlose IT-Versicherung sein, zusammengesetzt aus den verschiedenen IT-Versicherungsprodukten, die es auf dem Markt gibt.

Artikel wurde zuletzt im August 2013 aktualisiert

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