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Fernwartung: Die zehn beliebtesten Remote-Desktop-Tools

LightCyber hat die zehn beliebtesten Tools in Sachen Remote Access und Fernwartung ermittelt. Wir haben uns die Programme näher angesehen.

Remote-Desktop-Lösungen sind für Admins wie Anwender eine feine Sache. Erlauben sie doch einfachen Fernzugriff auf die Systeme, sei es nun zu Supportzwecken oder aus dem Home Office. Kein Wunder, dass sich auch weniger wohl gesonnene Zeitgenossen dafür interessieren, verschaffen diese Lösungen doch gebenenfalls einen leichten Zugriff von außen auf das Unternehmen.

Angreifer können sich beispielsweise gestohlener Zugangsdaten bedienen, um via Remote-Desktop-Lösungen Zugriff zu bekommen. Häufig sind nicht einmal Administrator-Rechte vonnöten, um ein entsprechendes Fernwartungsprogramm zum Einsatz zu bringen. Administratoren sollten daher ein wachsames Auge auf die Verwendung von Remote-Desktop-Lösungen haben. Dazu kann auch gehören, einen diesbezüglichen Blick auf Anomalien beim Netzwerk-Traffic zu werfen.

Und es ist wie immer in der IT-Sicherheit, je weiter verbreitet eine Lösung bei Anwendern ist, sprich beliebter, umso eher steht sie im Fokus von Angreifern. Wenn man weiß, welche Programme zum Einsatz kommen, kann dies hilfreich sein.

Welche Lösungen denn so in freier Wildbahn für den Fernzugriff und die Fernwartung zum Einsatz kommen, hat LightCyber ermittelt. Der Anbieter von Sicherheitslösungen für Behavioral Attack Detection (siehe auch Verhaltensbasierte Analyse von Angriffen), hat in seinem Cyber Weapons Reports 2016 die zehn meist verwendeten Remote-Desktop-Lösungen gelistet. Die Daten dazu wurden weltweit bei der Analyse von Kundendaten ermittelt.

1. TeamViewer

Mit über 37 Prozent ist TeamViewer die am häufigsten genutzte Lösung zur Fernwartung in dieser Auswertung. Die Software des gleichnamigen Göppinger Unternehmens erfreut sich international hoher Beliebtheit. TeamViewer ist für eine ganze Reihe von Plattformen verfügbar, von Windows über Mac OS und Linux sowie Chrome OS. Ebenfalls unterstützt werden die mobilen Plattformen Android, iOS, Windows Phone und BlackBerry. Für den professionellen Einsatz in Unternehmen bietet TeamViewer unterschiedliche Lizenzmodelle an. Für die private Nutzung ist TeamViewer kostenlos.

Im Juni 2016 hat TeamViewer seiner Lösung neue Sicherheitsfunktionen spendiert, die die Sicherheit der Nutzer deutlich erhöhen soll. Die Funktion Trusted Devices soll sicherstellen, das Dritte keinen unerlaubten Zugang zum Konto eines Nutzers erhalten. Wenn man sich das erste Mal von einem neuen Gerät bei einem bestehenden TeamViewer-Konto anmeldet, muss man dieses Gerät als vertrauenswürdig einstufen, bevor man sich einloggen kann. Es erfolgt eine In-App-Nachricht, die an die im Konto hinterlegte E-Mail-Adresse geschickt wird, um das Gerät durch einen Link zu autorisieren. Bei der Funktion Data Integrity prüft das System laut TeamViewer kontinuierlich, ob das TeamViewer-Konto ein ungewöhnliches Verhalten zeigt.

Abbildung 1: Eine Oberfläche, die vielen bekannt vorkommen dürfte. TeamViewer erlaubt Fernsteuerung wie Online-Meetings, die Software ist in vielen Sprachen und für zahlreiche Plattformen verfügbar.

2. RealVNC

Mit Hilfe von VNC (Virtual Network Computing) und der Weiterentwicklung RealVNC lassen sich Rechner plattformunabhängig fernsteuern. Der Viewer steht für unterschiedlichste Plattformen zum Download, von Windows über Mac OS bis hin zu Solaris, AIX und Raspberry Pi. Für den rein privaten Gebrauch ist die Nutzung kostenlos, für den professionellen Einsatz stehen verschiedene Lizenzmodelle zur Auswahl. Die kostenpflichtigen Varianten bringen teils eine 256-Bit-AES-Verschlüsselung mit.

3. Radmin

Mit rund 9 Prozent hat es die Remote-Zugriffssoftware Radmin auf den dritten Platz geschafft. Die Software für Windows gilt als eine der schnelleren Fernzugriffslösungen für Windows. Die aktuelle Version unterstützt Windows 10. Der Bildschirm des Remote-Computers wird als Vollbild oder im Fenster angezeigt. Neben der Fernsteuerung bietet Radmin auch Dateitransfer sowie Text- und Video-Chat. Das ganze Lösung besteht aus zwei Modulen. Das Viewer-Modul ist auf dem lokalen System zu installieren, das Server-Modul auf dem Remote-Computer.

Radmin verwendet 256-Bit-AES-Verschlüsselung für das Senden und Empfangen aller Daten, einschließlich den Bildschirminhalten, Cursorbewegungen und Tastatursignalen. Über IP-Filtering kann der Remote-Zugriff zudem auf bestimmte IP-Bereiche beschränkt werden.

Abbildung 2: Bei Radmin von Famatech handelt es sich um eine Remote-Zugriffssoftware für Windows, die aus Server- und Viewer-Modul besteht.

Interessierte Anwender und Admins können eine kostenlose 30-tägige Testversion herunterladen. Die Preise für Radmin staffeln sich je nach Lizenzen, eine Übersicht findet sich hier.

4. AnyDesk

Mit einer Verbreitung von 6,86 Prozent landet AnyDesk auf dem vierten Platz. Die Remote-Desktop-Software ist für unterschiedliche Plattformen erhältlich: Windows (XP bis 10), MacOS, Linux und FreeBSD. Nicht alle Plattformenversionen sind auf dem gleichen Stand, dies wird aber zunehmend angeglichen. Per AnyDesk können Anwender per Fernzugriff Rechner steuern. AnyDesk kommt sowohl im Support bei der Fernwartung als auch in Sachen Online-Zusammenarbeit in Teams zum Einsatz. AnyDesk verspricht aufgrund eines speziellen Video-Codec hohe Bildwiederholraten und eine niedrige Latenz.

Private Anwender dürfen AnyDesk kostenlos nutzen. Gewerbliche Nutzer dürfen die Software zu Evaluierungszwecken für 30 Tage kostenlos verwenden. Für Selbstständige und Unternehmen gibt es die Lizenzen AnyDesk Lite (60 Euro jährlich zzgl. MwSt.) und AnyDesk Professional (180 Euro jährlich zzgl. MwSt.). Einen Überblick über die Lizenzoptionen findet sich hier.

5. LogMeIn

LogMeIn ist vielen Anwendern noch aus der Zeit ein Begriff, als es eine kostenlose Lösung des Dienstes gab. Diese wurde eingestellt, inzwischen hat der Hersteller eine Reihe an kostenpflichtigen Fern-Support-Lösungen im Angebot, darunter LogMeIn Pro. Die Lösungen bietet unterschiedlichen Funktionsumfang, die einfachste Variante für Privatanwender mit Zugriff auf bis zu zwei Systeme. 1 TByte Speicherplatz kostet 149 Euro im Jahr. Für LogMeIn stehen Android- und iOS-Apps parat, um vom mobilen Endgeräte aus PCs steuern zu können.

LogMeIn hat vor einiger Zeit den Passwort-Manager LastPass gekauft. Je nach LogMeIn-Pro-Lizenz gehört daher eine oder mehrere LastPass-Premium-Lizenzen zum Paket.

6. NetOp Remote Control

NetOp Remote Control ist eine professionelle Fernzugriffslösung für Unternehmen. Unterstützt werden zahlreiche Plattformen, darunter Windows, Linux und Mac OS. Über NetOp Remote Control Portal ist ein webbasierter Fernzugriff möglich. Via Secure Tunnel können sich Support-Mitarbeiter zudem mit nicht-grafischen und Embedded-Systemen im Unternehmen verbinden. So sollen sich beaufsichtigte und nicht beaufsichtigte Systeme mit einer einzigen Support-Oberfläche fernwarten lassen.

Bei Systemen, an denen Anwendern sitzen, kann mit diesen in Echtzeit per Audio, Video und Chat kommuniziert werden. In Sachen Sicherheit arbeitet NetOp Remote Control mit 256-Bit-AES-Verschlüsselung und Multifaktor-Authentifzierung.

Es steht eine kostenlose Testversion von NetOp Remote Control zum Download parat.

7. Ammyy Admin

Bei Ammyy Admin handelt es sich um Software für Remote-Desktop-Verbindung und Fernwartung. Die private Nutzung ist kostenlos, für den professionellen Einsatz existieren unterschiedliche Lizenzstufen.

Die Software kommt ohne Installation oder Portfreigabe aus. Nach dem Start erfolgt die Verbindung zum Remote-System über die Eingabe einer ID und/oder Kennwort. Die Datenkommunikation verläuft laut Anbieter verschlüsselt.

8.Citrix Client

Mit dem Citrix Receiver können Anwender Zugriff auf ihre XenDesktop- und XenApp-Installation realisieren. Fernwartung im klassischen Sinne entspricht diese Lösung nicht. Der Citrix Receiver steht für zahlreiche Plattformen zur Verfügung – von Windows, über Linux und Mac OS bis hin zu iOS, Android und Windows Phone. Mit XenApp und XenDesktop arbeitet diese Lösung in Sachen Architektur anders als die gängigen Fernzugriffslösungen. Die Anwendungen werden virtualisiert zur Verfügung gestellt, eine Remote-Desktop-Zugriff ist integriert. Der Anwender installiert auf seinem Client den Citrix Receiver, um auf die zur Verfügung gestellten Anwendungen zuzugreifen. Die Zugänge werden häufig über den Standard-Active-Directory-Zugang des Anwenders abgebildet.

9. Remote-Desktop-Verbindung

Die Remote-Desktop-Verbindung oder auch Remote Desktop Connection ist ein Bestandteil von Windows. Per Remote-Desktop-Verbindung können Anwender auf einen anderen Desktop via LAN oder Internet zugreifen. Diese RDP-Funktion ist seit vielen Jahren Bestandteil von Windows. Mit Windows 10 wurde die Funktionalität nochmals überarbeitet, es gibt eine aktualisierte App und das Arbeiten mit unterschiedlichen Auflösungen wurde per Zoomfunktionen verbessert.

Standardmäßig ist die Remote-Desktop-Verbindung deaktiviert. Wie auch bei frühreren Windows-Versionen, muss das anzusteuernde System auf Windows 10 Pro oder Windows 10 Enterprise basieren. Der Client ist hingegen in allen Windows-Versionen enthalten. Sprich, wer zuhause von seiner Windows-Home-Version aus per RDP auf den Firmenrechner mit Windows Enterprise zugreifen will, kann dies tun. Sofern die Rechte firmenseitig entsprechend eingerichtet und gewährt wurden, versteht sich.

10. UltraVNC

UltraVNC ist ein kostenloses Tool für Windows, das es erlaubt, andere Rechner fernzusteuern. Zudem lassen sich mit dem schlichten Programm Dateien und Textnachrichten austauschen. Die Lösung besteht aus UltraVNC-Client beziehungsweise -Viewer und UltraVNC-Server. Es können mehrere Clients zu einem Server Kontakt aufnehmen, wenn etwa zu Schulungszwecken der Inhalt mehreren Nutzern angezeigt werden soll.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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