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Microsofts Deutschland-Cloud geht mit neuen Partnern in die Preview-Phase

Die allgemeine Verfügbarkeit von Microsofts Deutschland-Cloud rückt näher: Neben der Preview wurden auf der CeBIT 2016 auch neue Partner vorgestellt.

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Wie Microsoft anlässlich der CeBIT 2016 bekanntgab, befindet sich Microsofts Deutschland-Cloud, die von Microsoft mit dem Datentreuhänder T-Systems in deutschen Rechenzentren angebotenen Azure-Dienste, bereits seit Anfang März 2016 in einer geschlossenen Preview-Phase. Von Microsoft ausgewählte Partner und Kunden können die Azure-Dienste aus den beiden deutschen Standorten Frankfurt und Magdeburg also bereits testen.

Microsoft hatte seine Deutschland-Cloud Ende November 2015 angekündigt und reagiert damit auf die wachsende Nachfrage nach einer Public Cloud aus rein deutschen Standorten. Microsoft betont dabei regelmäßig, dass sich die Deutschland-Cloud bei Datenschutz und Datensicherheit nicht von den europäischen Azure-Standorten unterscheidet. Durch den Datentreuhänder T-Systems soll aber verhindert werden, dass amerikanische Regierungsbehörden über die Microsoft Corporation in den USA die Herausgabe von Kundendaten einfordern. Microsoft selbst soll nach eigenen Aussagen nur in Ausnahmefällen Zugriff auf die Daten erhalten, und dann nur unter Aufsicht von T-Systems-Mitarbeitern.

Preview der deutschen Azure-Cloud bereits gestartet

Die Aufnahme des Preview-Betriebs ist ein wichtiger Schritt hin zur allgemeinen Verfügbarkeit der deutschen Azure-Rechenzentren, die für die zweite Jahreshälfte 2016 anvisiert wird. Bisher will Microsoft aber noch keine Angaben zum Preisaufschlag der in Deutschland gehosteten Azure-Services geben. Wie später im Produktionsbetrieb sind derzeit in der Preview grundlegende Cloud- und IaaS-Dienste (Infrastructure as a Service) wie Azure Compute, Storage und virtuelle Maschinen verfügbar, später sollen dann auch Office 365 und Dynamics getestet werden können.

Im Preview-Betrieb ist auch bereits die Möglichkeit enthalten, sich über Azure ExpressRoute über private Verbindungen mit den deutschen Azure-Rechenzentren zu verbinden, um so nicht auf öffentliche Internetverbindungen zurückgreifen zu müssen. Microsoft-Kunden sollen so eine höhere Verbindungsgeschwindigkeit und eine geringere Latenz erreichen, im Zusammenhang mit den deutschen Azure-Standorten dürfte aber vor allem der Sicherheitsaspekt privater Datenverbindungen das ausschlaggebende Argument sein.

Verbindungspunkte zu Azure ExpressRoute gibt es für die Deutschland-Cloud bislang allerdings lediglich in Berlin und Frankfurt, den Weg dorthin müssen Microsoft-Kunden über Anbieter wie Equinix, Colt, Interxion oder e-shelter überbrücken.

Zertifikatsvergabe über D-Trust

Neben dem Start der Preview-Phase hat Microsoft rund um die CeBIT 2016 aber auch einige neue Partnerschaften für seine Deutschland-Cloud bekanntgeben. So wird die Zertifizierungsstelle der Bundesdruckerei, D-Trust, die Verbindungen zwischen Microsoft-Kunden und den deutschen Azure-Standorten absichern. Microsoft verspricht seinen Kunden damit, dass die „Daten in der Microsoft Cloud Deutschland durch die neuesten im Markt verfügbaren Verschlüsselungstechnologien geschützt werden“, so Michael Kranawetter, National Security Office bei Microsoft Deutschland.

D-Trust soll also die zuverlässige Authentifizierung zwischen Nutzer und Server sicherstellen, um so einen verschlüsselten Datenverkehr zu gewährleisten. Hierzu stellt D-Trust TLS-Zertifikate aus, mit denen die Kommunikation zwischen Microsofts Deutschland-Cloud  und den Nutzern abgesichert werden soll. Zusätzlich sollen Nutzer der deutschen Azure-Rechenzentren später aber auch die Möglichkeit erhalten, eigene in Azure gehostete Anwendungen über D-Trust absichern zu können. Neben den deutschen Azure-Standorten und dem deutschen Datentreuhänder T-Systems will Microsoft seinen Kunden so also auch eine deutsche Zertifizierungsstelle bieten.

Cloudbasierte Endpoint Security von G DATA

An Interesse für Microsofts Deutschland-Cloud mangelt es laut Günther Igl, Cloud Director bei Microsoft Deutschland, derzeit offenbar nicht. Konkrete Zahlen könne er zwar nicht nennen, immerhin könne Microsoft aber auf ein branchenübergreifend breites Spektrum an Partnern zurückgreifen, die die deutsche Azure-Cloud bereits aktiv testen würden.

Als exklusiven Launch-Partner im Bereich Endpoint-Security nennt Microsoft den Anbieter von Sicherheitslösungen G DATA, der ebenfalls in der zweiten Jahreshälfte 2016 seine cloudbasierte Virenschutzlösung auch aus der deutschen Azure-Cloud anbieten wird. Damit sollen die Compliance-Anforderungen deutscher Unternehmen nach Public-Cloud-Services erfüllt werden, die in deutschen Rechenzentren gehostet werden.

Schon auf den Hamburger IT-Strategietagen hatte Microsoft die Partnerschaft mit eperi bekanntgegeben, einem Gateway zur Verschlüsselung sensibler Daten, noch bevor dieser überhaupt in die Cloud hochgeladen werden. Zu den ersten bekannten Kunden der deutschen Microsoft-Cloud gehört die Haufe Gruppe, der Anbieter für Big-Data-Lösungen pmOne sowie der auf Self-Service- und Workspace-Lösungen spezialisierte Softwareanbieter Matrix 42.

In wenigen Monaten hat es Microsoft also geschafft, der Ankündigung im November 2015 jetzt bereits einen Preview-Betrieb inklusive Azure ExpressRoute und neue Partnerschaften folgen zu lassen. Das zeigt die Dringlichkeit, mit der Microsoft seine Deutschland-Cloud auf den Markt bringen will. Die Nachfrage nach in Deutschland gehosteten Public-Cloud-Services jedenfalls ist nach wie vor sehr groß.

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