99,999 Prozent Uptime oder reichen vier Neuner für die Verfügbarkeit?

Hochverfügbarkeit ist in der IT-Welt längst keine Ausnahme mehr, aber für viele Unternehmen ist 99,999 Prozent Verfügbarkeit nicht notwendig.

"Fünf Neuner sind notwendig, wenn es um Menschenleben oder Millionenbeträge pro Minute geht", sagt Alan Robertson, Linux-Entwickler und Gründer des High-Availability Linux-Projekt. Letztlich entscheiden die Investitionskosten in Software, Hardware, Personal und Ausbildung darüber, ob "Vier Neuner" oder "Fünf Neuner" ausreichen.

Abwägen zwischen Preis und Verfügbarkeit

Bei der Kostenrechnung geht es für Unternehmen vor allem darum, Verluste durch ungeplante Ausfallzeiten mit Mindereinnahmen durch Betriebsunterbrechungen, die aus geplanten Wartungszeiten der IT-Systeme entstehen, gegenzurechnen. Selbst in einigen Branchen, in denen es um Millionen von Euro je Minute geht, wie dem Aktienmarkt, können die Marktteilnehmer die Downtime ihrer IT-Systeme für Wartungszwecke planen, "solange es nicht während der Handelszeit stattfindet", sagt Robertson.

Die größten Verluste durch ungeplante Ausfallzeiten stammen aus der Unterbrechung der operativen Geschäfte und der damit verbundenen Einnahmenverluste, ergab eine aktuelle Umfrage unter 41 Rechenzentren von Emerson Network Power, einem Anbieter von Rechenzentren. Ein weiterer Kostenpunkt sind die Maßnahmen, die IT-Verantwortliche ergreifen, um ein IT-System wiederherzustellen, darunter das Erkennen der Ursachen für den Ausfall, die Instandsetzung und den Restart des Systems, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage.

Rechnen mit spitzer Feder

Im Fall einer Ausfallsicherheit von 99,99 Prozent, liegt die wahrscheinliche Ausfallzeit einer Serverlandschaft bei 8,76 Stunden pro Jahr. Wenn jede Stunde Ausfallzeit etwa 1,3 Millionen Euro kostet, summiert sich der Gesamtverlust auf 11,38 Millionen Euro. Bei 99,999 Prozent Uptime reduziert sich die Ausfallzeit auf weniger als eine Stunde pro Jahr mit einer Schadenssumme von weniger als 1,3 Millionen Euro. "In diesem Fall kann sich der Preis für die höhere Verfügbarkeit lohnen", sagt Sander van Vugt, ein unabhängige Trainer und Berater in den Niederlanden.

"Es gibt für jedes Produkt den richtigen Kompromiss zwischen Kosten und Nutzen", betont Wayne Gateman, Virtualisierungsexperte eines renommierten Softwareunternehmens der Medizintechnik. Das hänge davon ab, welchen Schaden die Ausfallzeit bedeute, wie viel Ausfallzeit ein Unternehmen vertrage und mit welchen Risiken ein Unternehmen rechnen muss. Vier "Neuner" reichen laut van Vugt für die meisten High-Volume-Shops wie Online-Händler oder Web-Hoster und für andere Unternehmen mit größerem Offline-Anteil in ihren Geschäftsabläufen reichen sogar drei "Neuner".

Wer braucht Verfügbarkeit von 99,999 Prozent

In einigen Branchen wie Transport und Verkehr ist eine hohe Verfügbarkeit unerlässlich - egal wie hoch die Kosten ausfallen. In den Niederlanden zum Beispiel kam es zum Stillstand des gesamten Zugverkehrs, als an einem Netzknoten die Computer ausfielen. Die Folge: Hunderttausende von Menschen sind auf den Bahnstrecken gestrandet."99,999 Prozent sind für solche Industriebereiche notwendig", sagt van Vugt.

Am besten setzen IT-Organisationen in solchen Fällen fehlertolerante Server ein. Für die Aufrechterhaltung aller IT-Funktionalitäten sorgen dann multiredundante Systeme, angefangen von der Server-Hardware über die Failover-Software bis zu Softwaremechanismen, die physikalische Subsysteme für die Wiederherstellung von Upgrades bereitstellen. "Wenn man sie braucht, sind fehlertolerante Systeme ihren Preis wert", unterstreicht Gateman.

Vor der Umstellung auf fehlertolerante Stratus-Server beruhte das Wiederherstellungskonzept in der Company von Gateman auf einem Software-basierten Failover für die Produktionsumgebung. Aber es funktionierte nicht immer wie geplant.

"Software ist eben Software, die manchmal nicht auf einen Ausfall reagiert, während die Hardware bereits den Fehler eindeutig meldet," sagt Gateman. "Bei vorhandener Systemredundanz bringt ein Teilausfall nicht die ganze virtuelle Umgebung zum Stilltand." Sein Unternehmensbereich hat jetzt einen zweiten Server - nur um auf Nummer sicher zu gehen.

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