chombosan - stock.adobe.com

Datenanalyse: Innovation geht nur mit richtiger Sicherheit

Es ist für Unternehmen zunehmend wichtiger, die große Menge an verfügbaren Informationen richtig auswerten zu können. Dabei wird die Rolle der Sicherheit oft unterschätzt.

Durch die Digitalisierung lässt sich nahezu jeder Businessprozess untersuchen und zeitnah optimieren. Noch nie waren Unternehmen in der Lage, derart schnell und umfassend auf neue Entwicklungen zu reagieren. Dies bestätigt eine aktuelle internationale Untersuchung, in der 1050 IT-Verantwortliche zur ihren Erfahrungen bei der Analyse von Informationen befragt wurden. In Deutschland waren IT-Entscheider aus Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern Ziel der Befragung. Ein besonderer Schwerpunkt der Umfrage lag zudem auf dem Thema Datenschutz.

In den Chefetagen ist klar, dass eine richtige Informationsgrundlage das beste Mittel ist, um neuen Herausforderungen entgegenzutreten. 85 Prozent stimmen dieser Aussage zu. Fast genauso viele (83 Prozent) gehen davon aus, dass bestehende Datensätze in der Zukunft zusätzlichen Nutzen haben werden, der aber aktuell noch nicht absehbar ist.

Die Fähigkeiten, Informationen zu gewinnen und richtig zu analysieren, sind enorm gewachsen. Dabei kommt es zu einer paradoxen Situation der User und der Öffentlichkeit: Einerseits erfreuen sich personalisierte Inhalte positiver Resonanz, gleichzeitig haben die Anwender Angst um die Sicherheit ihrer Daten. Aktuell sind persönlicher Kontakt und Homepages immer noch die Hauptquelle für die Informationsgewinnung, allerdings sind Apps, IoT-Nutzung und Social Media auf dem Vormarsch.

Die Angst vom gläsernen Nutzer geht um. Zudem befürchten User, dass vertrauliche Informationen in die falschen Hände geraten. Unternehmen müssen den wachsenden Stellenwert, aber auch die Beunruhigung ihrer Zielgruppen bedenken, sonst droht großer Vertrauensverlust.

Mit richtiger Sicherheit zu nachhaltigem Erkenntnisgewinn

Ein Großteil der IT-Verantwortliche sieht in der Analyse von digitalen Interaktionen eine Möglichkeit zur Verbesserung der Nutzererfahrung (70 Prozent). Mit 58 Prozent sehen mehr als die Hälfte der deutschen Befragten zudem darin eine wichtige Möglichkeit, ihre Zielgruppe besser über neue Services und Produkte zu informieren. Damit dieser Kanal in Zukunft in vollem Umfang zur Verfügung stehen kann, müssen Unternehmen durch entsprechende Sicherheitsmechanismen sich das Vertrauen der User verdienen.

Dabei muss die Dynamik von Datenerfassung und Schutzmechanismen richtig kombiniert werden. Aktuell geben nur 32 Prozent aller Teilnehmer an, dass ihr Unternehmen die Analyse wirklich effizient durchführt. Natürlich möchte man die Qualität und die Geschwindigkeit erhöhen. Datenanalyse bringt entscheidende Vorteile, um besser auf die Erwartungen und Bedürfnisse von Kunden einzugehen. Allerdings ist die Balance schwierig. Gerade bei persönlichen Kundeninformationen und Finanzdaten hat der richtige Schutz absolute Priorität. Gleichzeitig erwarten die Anwender eine nahtlose User Experience. Dies führt dazu, dass kritische Informationen oft nur unzureichend geschützt werden.

Der Drang nach mehr Effizienz hat fatale Folgen für die Sicherheit. Ungefähr ein Drittel aller Unternehmen lassen Kundendaten (35 Prozent) und Finanzinformationen (32 Prozent) unverschlüsselt. 55 Prozent wissen nicht genau, wo ihre kritischen Daten gespeichert werden. Eine grobe Fahrlässigkeit, denn Unternehmensnetzwerke sind heute leichter kompromittierbar als je zuvor. IT-Systeme haben sich deutlich gewandelt und wachsen immer weiter. Daher ist diese Annahme ein Sicherheitsrisiko und bedroht zusätzlich das Nutzervertrauen.

Risiko durch falsches Sicherheitsverständnis

Kritische Informationen müssen zu jedem Zeitpunkt geschützt sein, gerade wenn Unternehmen langfristig planen. Trotzdem glauben 94 Prozent der Studienteilnehmer, dass Perimeterschutz ein effizientes Mittel ist, sich vor fremden Zugriffen zu schützen.

Der einseitige Fokus ist riskant, denn solche Ansätze werden den Anforderungen der digitalen Welt nicht gerecht und schützen zudem nicht vor Innentätern. Breiter Konsens ist der Bedarf nach besseren Fähigkeiten zur Analyse und Speicherung von Nutzerdaten. 89 Prozent sehen hier Verbesserungspotenzial in ihren Organisationen. Damit Benutzer persönliche Informationen teilen, werden die richtigen Schutzmechanismen benötigt. IT-Abteilungen müssen gewährleisten, dass Daten auch im Falle einer Kompromittierung nicht illegal kopiert werden.

„Kritische Informationen müssen zu jedem Zeitpunkt geschützt sein, gerade wenn Unternehmen langfristig planen.“

 Armin Simon, Gemalto

 

Ein neues Risiko durch die Adaption von neuer Technologie (45 Prozent) wird häufiger als größere Bedrohung eingeschätzt als die Gefahr durch die Nutzung von veralteten On-Premises-Angeboten (27 Prozent). Dabei sind Innovation und Datenschutz keine Gegensätze. Durchgängige Verschlüsselung in Kombination mit starken Authentifizierungslösungen ist in der Lage, das Schutzniveau so zu steigern, dass es zu den neuen Anforderungen passt.

In der Praxis hat sich laut den IT-Entscheidern neben Verschlüsselung auch Zwei-Faktor-Authentifizierung bewährt (2FA). 94 Prozent der Teilnehmer glauben, dass solche Ansätze ihr Schutzniveau nachhaltig erhöhen und ihnen bei Audit-Prüfungen helfen. Dadurch können sensible Daten vor ungewollten Zugriffen geschützt werden.

Fazit

IT-Verantwortliche befinden sich im Dilemma zwischen der Erhaltung von bestehenden Systemen und der Adaption von Innovationen. Im Zeitalter der Digitalisierung ist es wichtig, die große Menge an verfügbaren Informationen richtig auswerten zu können. Viele Unternehmen haben diesen Trend schon lange erkannt, allerdings wird die Rolle der Sicherheit dabei häufig unterschätzt.

Grundlegende Sicherheitsmechanismen für Unternehmensgrenzen sind wichtig, allerdings sollten Entscheider die Augen nicht vor der Realität verschließen. Perimeterschutz ist nicht mehr zeitgemäß und kann Unternehmensressourcen nicht ausreichend sichern. Gerade sensible Kundendaten müssen daher durch passende Mechanismen wie 2FA und Verschlüsselung richtig geschützt werden.

Folgen Sie SearchSecurity.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Nächste Schritte

Bei der Verschlüsselung den Nutzer berücksichtigen

Verschlüsselung: Das Risiko von Hintertüren

Daten richtig klassifizieren

Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Datenanalyse und -klassifizierung

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close