Business Continuity und Disaster-Recovery-Plan müssen die IT-Kultur beeinflussen

Pläne für Business Continuity und Disaster Recovery müssen an produktive Umgebungen angepasst werden. Die Notfallvorsorge muss gelebte Kultur werden.

Der Schutz der Daten muss als Teil der IT- und Unternehmenskultur angesehen werden. Nur so sind Business Continuity (BC) gewährleistet und Disaster Recovery (DR) erfolgreich.

Wie man sich bettet, so liegt man. Das gilt auch für Unternehmen und ihre IT-Strategien für Systeme sowie Support. Manche gehen sogar so weit und behaupten: Alles, was in der Unternehmenskultur tief verwurzelt ist, wird erledigt. Der Rest bleibt liegen.

Backup-Aufgaben beeinflussen die Unternehmenskultur in der Regel nicht. Eigentlich sollten sie das tun, doch das Gegenteil ist der Fall. Das Backup wird oft als etwas gesehen, das eine oder mehrere Kopien nach der Herstellung der Produktionsdaten erstellt. Das erklärt auch, warum so viele Pläne für Business Continuity (BC) und Disaster Recovery (DR) verkümmern. Sie werden im Vakuum der IT erstellt und beeinflussen die gelebte Unternehmenskultur im Prinzip gar nicht.

Warum ist das so? Haben Sie einen Plan für Business Continuity und Disaster Recovery ohne Berücksichtigung der Unternehmenskultur entwickelt, dann ist dieser bereits bei der Veröffentlichung veraltet. Sie müssen sich vor Augen halten, dass sich produktive Umgebungen ständig verändern: Neue Server kommen hinzu, Maschinen werden umgestaltet, und auch die angebotenen unternehmenskritischen Services treten nicht auf der Stelle. Sind Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr nicht Teil der produktiven Umgebung, werden entsprechende Änderungen auch nicht auf die bestehenden Pläne reflektiert. Sobald der Fall der Fälle eintritt und ein Failover notwendig wird, ist die Dokumentation nicht auf dem neuesten Stand, und das kann in die Hose gehen.

Die Planung von Business Continuity und Disaster-Recovery muss allerdings Einfluss auf die Unternehmenskultur nehmen und sich zusammen mit der produktiven Umgebung weiterentwickeln. Wann immer die IT zum Beispiel einen neuen Server oder Service in Betrieb nimmt, sollte die erste Fragen der dafür verantwortlichen Person sein: „Was müssen wir in unserem BC- und Disaster-Recovery-Plan (DRP) entsprechend aktualisieren? Sollen wir diese virtuelle Maschine replizieren? Wie oft müssen die Daten dieses Servers geschützt sein? Wie lange muss ich die Daten dieses speziellen Servers vorhalten?“

Um diese Fragen zu beantworten, braucht mehr als nur die Meinung des Administrators. Dies ist nur einer von vielen Gründen, warum die Planung von Business Continuity (BC) und Disaster Recovery ein Gesamtkonzept erfordert. Die erste Initiative, der erste BC- und Disaster-Recovery-Plan, die ständige Pflege und Erweiterung im Hinblick auf die produktive Umgebung, sowie umfangreiche Tests und Wartung erfordern mehrere Mitglieder aus unterschiedlichen Bereichen:

  • Sie brauchen die volle Unterstützung der Firmenleitung und des Managements, damit sich die Pläne auch auf die Unternehmenskultur auswirken. Der Backup-Administrator kann nicht im Alleingang die Kultur der IT-Abteilung ändern und schon gar nicht die des kompletten Unternehmens.
  • In vielen Fällen fehlt dem Backup-Administrator der nötige Weitblick. Er hat ganz einfach nicht genug Informationen, was die Änderungen in der produktiven Umgebung betrifft, um die Wechselbeziehungen und Auswirkungen für die DR- und die BC-Pläne erfassen zu können. An dieser Stelle können oft Technologie-Tools helfen: Sie erkennen, was sich gerade im Netzwerk abspielt, und teilen Ihnen möglicherweise die Abhängigkeiten mit. Ohne technische Hilfsmittel ist diese Aufgabe sehr schwer zu bewältigen: Sie müssen wissen, in welche Richtung sich Ihre produktive Umgebung entwickelt. Nur dann kann das BC- und DR-Team die Pläne entsprechend anpassen und weiterentwickeln.

Notfallvorsorge muss Teil der produktiven Umgebung sein. Änderungen bei der gelebten Kultur hängen vom technischen Niveau und vom Verständnis der IT-Infrastruktur ab.

Nur weil man für diese Aufgabe ein breiter gefächertes Team benötigt, leidet die Wertschätzung der Backup-Administratoren noch lange nicht darunter. Schließlich helfen die besten Prozeduren und Prozesse wenig, wenn die Daten die Katastrophe nicht überleben. Für Backup-Administratoren kann sich die Teilnahme an einem BC- und DR-Framework sogar positiv auswirken. Bei den entsprechenden Teilnahmen an den Planungen winkt möglicherweise ein Management-Posten oder ein eigenes Büro.

  • Ein Backup-Administrator verwaltet, ein Business-Continuity- oder Disaster-Recovery-Architekt hat eine leitende Rolle.
  • Ein Manager taktiert, eine Führungsperson handelt strategisch.

Denken Sie darüber nach, wie sich die Unternehmenskultur verändern lässt. Verwandeln Sie technische in Business-Herausforderungen und -Lösungen. Dann sind Sie auf dem Sprung vom Verwalter der Backup-Taktiken zu einer Führungspersönlichkeit in Sachen Business-Continuity- und Disaster-Recovery-Strategie. Davon profitiert nicht nur das Unternehmen, weil es für den Notfall besser gerüstet ist. Die Aussicht von Ihrem Schreibtisch aus könnte ebenfalls positiv beeinflusst sein.

Über den Autor: Jason Buffington ist leitender Analyst der Enterprise Strategy Group. Sein Fokus liegt in erster Linie auf Schutz der Daten, Windows-Server-Infrastruktur, Management und Virtualisierung. Er bloggt unter CentralizedBackup.com, und seine Tweets können Sie unter @Jbuff lesen.

Artikel wurde zuletzt im Februar 2014 aktualisiert

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