26.07.2010 | Autor / Redakteur: Martin Kuppinger / Stephan Augsten
Cloud Computing ist weiterhin das heißeste aber nebulöseste Thema der IT. Inzwischen wird aber immer ersichtlicher, wie sich Cloud Services auf die IT auswirken werden. Dieser Beitrag soll ein einheitliches Verständnis von Cloud-Infrastrukturen schaffen und beleuchtet die Chancen entsprechender Service-Modelle.
Für das Verständnis bewährt es sich, zwischen dem Cloud Computing respektive der Cloud IT auf der einen Seite und den Clouds auf der anderen Seite zu unterscheiden. Eine Cloud im letzteren Sinne kann man als eine Umgebung verstehen, in der IT-Dienste produziert und bereitgestellt werden. Das kann eine öffentlich zugängliche Infrastruktur sein wie die Amazon EC2 oder Microsoft BPOS, das kann aber auch eine private, intern oder extern gehostete Infrastruktur sein.
Cloud Computing auf der anderen Seite ist die Planung, der Bezug, die Orchestrierung und die Verwaltung solcher Dienste, um die vom Business geforderten Leistungen bereitstellen zu können. Eine Cloud IT ist damit eine IT, die auf dem Paradigma eines flexiblen Bezugs von Services aus verschiedenen Quellen (= Clouds) basiert.
Damit ist das wesentliche Merkmal des Cloud Computings ein einheitliches Verständnis und Management von Diensten und die Fähigkeit, diese aus verschiedenen Clouds beziehen zu können. Beim Cloud Computing geht es also in erster Linie um Service Management. Das ist ebenso wenig wie On-Demand Computing oder SaaS (Software as a Service) ein neues Thema. Cloud Computing ist letztlich mehr Evolution als Revolution.
In diesem Verständnis wird auch deutlich, dass es nicht darum geht, die interne IT abzuschaffen. Es geht darum, den am besten geeigneten Anbieter für spezifische IT-Dienste zu finden. Das kann durchaus die interne IT sein, wobei diese sich mehr als bisher messen lassen muss. Gleichzeitig hat die interne IT oft den Vorteil, dass sie bestimmte Governance-Anforderungen insbesondere mit Blick auf die Lokation von Daten und deren Verarbeitung besser abdecken kann.
Klar ist aber auch, dass man nicht nur die externen Clouds Service-orientiert betrachten kann, sondern auch die interne IT entsprechend umstellen muss. Das IT Service Management rückt noch mehr in den Mittelpunkt, und zwar weit über das Infrastruktur-bezogene ITIL hinaus.
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