Open-Source-Firmware FreeWRT

Linux-Ersatz für mehr Komfort und Performance

19.01.2007 | Autor / Redakteur: Thomas Jungbluth / Andreas Donner

Der Netgear KWGR614 ermöglicht eine einfache Installation von freier Firmware

Unter der sichtbaren Oberfläche so manches Routers agiert häufig eine Linux-Firmware, die bei Bedarf individuell erweitert werden kann. Eine dieser Erweiterungen ist die Open-Source-Firmware-Variante FreeWRT, die vorhandene Linux-Systeme ersetzt oder ergänzt. Von der Software, die mit Geräten von Netgear, Asus und Linksys funktioniert, gibt es jetzt die Version 1.0.

Um mehr an Geschwindigkeit aus einem Wireless-LAN-Router herauszuholen als die Konfiguration der Firewall oder die Einrichtung von VoIP-Verbindungen im Normalfall zulassen, benötigt man eine eigens entwickelte Firmware.

Solche Veränderungen vorzunehmen, geht besonders einfach bei den Geräten, die als Systemsoftware eine Variante von Linux verwenden. Denn damit ist der jeweilige Hersteller verpflichtet, den Quellcode zur Verfügung zu stellen.

Open-Source-Firmware

Und so haben sich im Laufe der Zeit einige Programmierer zusammengeschlossen und auf der Basis einer speziellen Linux-Variante für solche „Funktionsgeräte“ („uCLinux“) eine eigene Betriebssoftware mit der Bezeichnung „OpenWRT“ entwickelt.

Wie das bei umfangreichen und heterogenen Open-Source-Projekten meist der Fall ist, sind sich nicht immer alle Beteiligten bei der Umsetzung und Entwicklung einig, weswegen sich auch hier einer der Programmierer aus dem Projekt verabschiedete und jetzt seine eigene kostenlose Firmware-Variante entwickelt: FreeWRT. Am 16.12.2006 verkündete der „Macher“ in seinem Blog in kurzen Sätzen die Nachricht, dass das System inzwischen stabil sei und dass er es mit der Versionsnummer 1.0 ab sofort frei verteile.

Mit dem Segen der Hersteller

Etwas kompliziert ist die Implementierung, denn die in das Gerät zu übertragende Image-Datei mit FreeWRT muss erst erzeugt werden. Sinnvoller ist es daher, gleich Hardware mit einer Open-Source-Firmware zu erwerben. Denn im Gegensatz zu anderen Branchen begrüßen diese Hardware-Hersteller die Unterstützung ihrer Geräte durch freie Software.

Netgear beispielsweise liefert seit Anfang 2007 das Modell KWGR614 aus. Der Router ist sehr leistungsfähig und besitzt gleich zwei Antennen für einen besseren Empfang. Netgear verweist darauf, dass dieses Gerät besonders für den anspruchsvollen Anwender geeignet sein soll und zu diesem Zweck mit besonders viel Speicherkapazität und einem schnellen Prozessor ausgestattet ist.

Standardmäßig ist eine ucLinux-Variante in dem silberweißen Funkkasten enthalten, die sich jedoch einfach ersetzen lässt. Das Gerät kostet ca. 65 Euro, im Lieferumfang ist ein 100 Megabyte umfassendes Entwicklungssystem enthalten, inklusive Compiler für das individuell angepasste Funktionsprogramm. Wenn beim Übertragen der eigens entwickelten Firmware in das Gerät ein Fehler auftritt, dann ist das Gerät nicht unbrauchbar – der Recovery-Modus setzt das System in den ursprünglichen Zustand zurück. Und dann kann die Entwicklung mit dem nächsten Versuch, eine Verbesserung zu erzielen weitergehen.

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