Die Zeit nach dem Virenangriff

Antivirus-Maßnahmen – Identifikation und Bereinigung infizierter Systeme

02.11.2010 | Autor: Peter Riedlberger

Antivirus-Maßnahmen – Identifikation und Bereinigung infizierter Systeme
Das Aufspüren einer Malware ist nur der erste Schritt – die schwierigste Aufgabe ist die umfassende System-Bereinigung.

Hat sich Malware auf einem Produktionssystem breit gemacht, so kann man schon froh sein, wenn man die Infektion überhaupt erkennt. Nichts ist gefährlicher als ein Schadcode, der heimlich Daten stiehlt oder IT-Ressourcen missbraucht. Nun stellt sich die Frage, welche Systeme das Virus noch infiziert hat und wie man es komplett entfernt.

Grundsätzlich sollte man nicht frustriert sondern tendenziell erleichtert sein, sofern man eine Malware entdeckt. Dabei ist es völlig gleich, ob dies durch ein Update der Antivirus-Engin geschieht oder das Virus beispielsweise durch Blockade des Taskmanagers oder Anzeige von Fake-Virenscannern auf sich aufmerksam macht.

Kaum mehr ein Virus wird aktiv, ohne Kontakt zu seinem Betreiber aufzunehmen („Trojanerfunktion“). Dieses Feature wird nicht nur dazu benutzt, um den infizierten Rechner in irgendeiner Weise zu missbrauchen, sondern auch dazu, neuere Schad- und Stealth-Routinen nachzuladen.

Das Löschen eines Virus reicht oft nicht aus

Mit anderen Worten: Das Virus, das zur Infektion führte, dient als Einfallstor für alle anderen Malware-Routinen, die dem Betreiber sinnvoll erscheinen. In den meisten Fällen genügt es daher nicht, das gefundene Virus mit einem Antivirus-Programm zu entfernen und zu hoffen, die Sache wäre ausgestanden.


Allein das Risiko, dass sich weitere, unabhängige Dateien mit Stealth-Funktion (Tarnkappe) auf dem Computer befinden, sollte einen von diesem Vorgehen abbringen. Wer trotz unserer eindringlichen Warnung nicht auf eine einfache Desinfektion verzichten kann oder möchte, dem sei zumindest folgendes Vorgehen angeraten:

Ein Virenscan sollte nicht nur unter Windows selbst erfolgen, sondern zusätzlich von einer Antivirus-Boot-CD. So hat eine möglicherweise vorhandene Malware keine Gelegenheit, seine Tarnkappen-Funktion zu aktivieren. Zudem sollte dieser Boot-CD-Scan zumindest anfangs regelmäßig (mindestens wöchentlich) wiederholt werden, damit nachgeladene Viren durch evtl. aktualisierte Virenscanner-Signaturen entdeckt werden können.

Trotzdem: Empfohlen ist diese Methode nicht, denn es bleibt ein großes Restrisiko bestehen.

Seite 2: Umfassende System-Bereinigung

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Redakteur: Stephan Augsten
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