Malware-Typen und -Bezeichnungen

Virus, Wurm, Rootkit - Malware kommt unter vielen Namen

09.09.2010 | Autor: Peter Riedlberger

Virus, Wurm, Rootkit - Malware kommt unter vielen Namen
War Schadsoftware früher klar zwischen Virus, Wurm, Trojanischem Pferd und Rootkit zu unterscheiden, nutzt Malware heute verschiedene Techniken in einem Schädling.

Computerschädlinge begegnen uns heute unter vielerlei Namen wie Viren, Würmer, Trojaner, Malware, Scareware, Rootkits und andere. Längst sind es aber nicht mehr nur einzelne Malware-Klassen mit denen sich ein Anwender konfrontiert sieht. Immer mehr Schadsoftware kombiniert die Fähigkeiten verschiedener Malware-Typen zu immer gefährlicheren Cocktails.

Anfang der 90er Jahre war die Welt der Computerviren noch überschaubar und klar gegliedert. Es gab DOS- und Makroviren und vielleicht noch Ansätze zu Würmern, aber im großen und ganzen war die Welt der Computerschädlinge übersichtlich.

Viele der Bezeichnungen ergeben heute nur noch wenig Sinn, da es viel zu breite Überschneidungsflächen zwischen unterschiedlichen Schadprogrammen gibt. Da haben Würmer zusätzlich Trojaner-Funktionen und Trojaner schützen sich mit Rootkit-Tricks.

Trotz dieser großen Überschneidungen, schadet es aber keineswegs, die originären Bedeutungen der einzelnen Schädlings-Klassen zu kennen, aber fast immer ist es sinnvoller, einfach pauschal von Schadsoftware oder Malware zu sprechen.


Bezeichnungen nach Verbreitungsweg

Am Anfang waren die Viren: Ein Virus kam huckepack mit einem anderen Programm. Wurde dieses installiert oder ausgeführt, manipulierte das damit aktiv werdende Virus andere ausführbare Dateien derart, dass es den eigenen Code in die ausführbare Datei hineinschrieb; sobald eine der anderen Dateien ausgeführt wurde (etwa auf einem fremden Rechner), konnte derselbe Vorgang von neuem ablaufen. Dieser Mechanismus erinnert frappant an die Art und Weise, in der sich Viren in der Biologie reproduzieren, sodass die Metapher naheliegt.

Als sich Netzwerke ausbreiteten und insbesondere das Internet seinen Siegeslauf antrat, wurde ein anderer Verbreitungsmechanismus immer wichtiger: Das Schadprogramm hängte sich nicht an andere ausführbare Dateien und hoffte, dass diese irgendwie weitergegeben würden, sondern infiltrierte (unter Ausnutzung bestimmter Schwachstellen) direkt andere Rechner im Netzwerk. Einen Schädling, der diesen Verbreitungsmechanismus wählt, nennt man Wurm.

Beide Begriffe sind heute eigentlich obsolet; Schädlinge verbreiten sich derzeit zumeist per Besuch auf einer Website oder per Anstecken infizierter USB-Sticks. Neue Infektionswege werden sicher künftig entstehen. Insofern ist also weder Virus noch Wurm heutzutage ein gerechtfertigter Begriff.

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Redakteur: Peter Schmitz
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