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iPhone 5s: Verbessert der Fingerabdruck-Scanner die Unternehmens-Sicherheit?

Das iPhone 5s besitzt einen Fingerabdruck-Scanner. Damit lässt sich das Gerät entsperren. Was bedeutet das für die Sicherheit im Unternehmen?

Der Einfluss von Apple auf dem Smartphone-Markt ist nicht von der Hand zu weisen. So wird auch diese technische „Neuerung“ die Smartphone-Sicherheit revolutionieren, denn diese Option wird wohl von anderen Anbietern aufgenommen werden. Was jedoch bedeutet der Fingerabdruck-Scanner in mobilen Geräten für die Sicherheit in Unternehmen?

Dave Birch, Geschäftsführer bei Consult Hyperion, findet, dass dieses Extra mehr mit Annehmlichkeit als mit Sicherheit zu tun hat. Die Funktion ist zeitsparend für den Nutzer, da die Pin-Eingabe nicht mehr genutzt werden muss, um das Telefon mit dem vierstelligen Code zu öffnen.

Apple iPhone 5s
Apple iPhone 5s

Das Apple iPhone 5s, ist dafür im Home-Button mit einem 500ppi-Sensor für Fingerabdrücke ausgestattet. Es scannt die Subepidermis der Fingerhaut. Ganz überraschend ist diese Neuerung nicht, hat Apple doch im Juli 2012 Authentec aufgekauft – ein Unternehmen für die Sicherheit von mobilen Geräten, das sich auf Fingerabdruck-Scanner spezialisiert hat.

Das iPhone 5s ist nicht das erste Smartphone mit einem Fingerabdruck-Scanner: Das Atrix von Motorola (2011) war schneller. Während jedoch die Technologie als solche nicht neu ist, sorgen der Name Apple und seine beherzte Gefolgschaft wahrscheinlich dafür, dass die Technologie auch bald zum Standard für zukünftige Geräte anderer Hersteller gehört.

Sollte sich der Fingerabdruck-Scanner durchsetzen, wird sich die Industrie wahrscheinlich weg von Passwörtern hin zu biometrischen Authentifizierungsmethoden bewegen. Einige Stimmen meinen jedoch, es handele sich hier eher um eine Verkaufstaktik als eine um Stärkung der Sicherheit.

Biometrie ist nur ein Teil der Sicherheit

Experten für Zwei-Faktor-Authentifizierung sagen, dass Biometrie nur ein Teil der Authentifizierung des Nutzers sein soll.

„Ein einziger Faktor, ob es die PIN ist (die der Nutzer kennt), das Gerät (das der Nutzer besitzt) oder ein Fingerabdruck (wer der Nutzer ist), ist allein nicht ausreichend. Der Sensor für den Fingerabdruck im iPhone ist ein bedeutender Schritt, aber keine Wunderwaffe.“, so Thomas Bostrøm Jørgensen, CEO von Encap.

„Einen Fingerabdruck zu ‚hacken‘ mag klingen, als wäre dies nur durch unschöne Methoden möglich. Aber der Diebstahl von Fingerabdrücken ist auch anders durchzuführen – er kann zum Beispiel von einer abgestellten Kaffeetasse genommen werden – und ist damit nicht viel mehr Science Fiction als ein Fingerabdruck-Scanner selbst.“

Die Technologie jedoch steht für einen weiteren Schritt in Richtung Sicherheit für Smartphones. Eben die Sicherheit ist Grund wachsender Besorgnis, da Smartphones immer häufiger auch genutzt werden, um mit unternehmensinternen Informationen zu arbeiten.

Richard Mouls, Vizepräsident für Produktstrategie bei Thales e-Security, meint, die neue Technologie habe die Messlatte für persönliche Sicherheit höher gesetzt. „Das Potential ist da, nicht nur den Zugang zum Telefon und die darauf befindlichen Applikationen zu schützen. Es besteht nun auch die Aussicht auf eine starke Authentifizierung für den Zugang zu einer Unmenge von Services von Drittanbietern, auf die vom Telefon aus zugegriffen wird. Dazu gehören Home-Banking und Online-Shopping.”, so Mouls.

Die Tür wird vor den Entwicklern verschlossen

Apple jedoch gibt an, keine weiteren Pläne dafür zu haben, den Touch ID-Sensor für andere Zwecke zu verwenden. Der Fingerabdruck-Scanner dient vorerst nur für das Entsperren der Smartphones oder um den Nutzer beim Kauf in iTunes zu verifizieren. Apple hat der Entwickler-Community daher noch keinen Zugang auf die neue Funktion gegeben.

Tim Cook, Chief Executive Officer von Apple, deutete an, dass das Unternehmen zunächst nach anderen Nutzungsmöglichkeiten suche, bevor die Entwickler Zugriff auf die Sensor-Technologie erhalten.

Blickt man auf die Geschichte der Fingerabdruck-Scanner für Laptops und die erfolgreichen Versuche bei den Sicherheitsuntersuchungen zurück, das System zu umgehen, so ist es wahrscheinlich, dass Apple abwartet, bis die Technologie getestet und meistenteils akzeptiert ist. Wohl erst dann werden die Entwickler die Finger zücken dürfen.

Unternehmens-Sicherheit

Tony Cripps, Principal Device Analyst bei Ovum, meint, dass die zusätzliche Sicherheit durch die Authentifizierungsfunktion zwar einen erhöhten Komfort für Unternehmen bietet, sie hätten aber wenig Kontrolle, wie die Funktion genutzt wird. „Würde Apple die APIs bereitstellen, dann wäre es ab diesem Punkt möglich, die Funktion in eine Suite für das Mobile Device Management (MDM) zu integrieren, so Cripps.

Alex Mesguich, Vice President Enterprise Research bei Context, schätzt, dass diese Technologie den BYOD-Bereich am Arbeitsplatz sehr erleichtern würde. Wenn Apple im Verlauf der Zeit Entwicklern gestatten würde, externe Anwendungen zu programmieren, dann könnten Unternehmen diese Funktion nutzen um Angestellte zu identifizieren, bevor wichtige Informationen weitergegeben werden.

Mit der Zeit, wenn Apple die Technologie freigibt und eine API bereitstellt, können Entwickler von Drittanbietern Hooks einbauen, die die Geräte in die Unternehmenssicherheit einbinden. In der Zwischenzeit werden Sensoren für Fingerabdrücke zunächst als zusätzlicher Sicherheitsfaktor für Geräte betrachtet.

 

Artikel wurde zuletzt im September 2013 aktualisiert

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