F

Ist Aviator der nächste Web-Browser für Unternehmen?

Aviator ist ein von WhiteHat Labs entwickelter Browser, der sich um die Privatsphäre von Nutzern kümmert. Auch für Firmen könnte das interessant sein.

Dieser Artikel behandelt

Datenschutz

Was halten Sie von den Security-Funktionen des neuen Aviator-Web-Browsers? Können Sie sich Anwendungsfälle für Unternehmen vorstellen?

Die großen Browser-Hersteller - Microsoft, Mozilla und Google - haben den Markt mehrere Jahre lang dominiert. Das ist so, obwohl sich viele Anwender mit den Privatsphären-Funktionen dieser Browser nicht wohl fühlen. Die Hersteller haben zwar diverse Optionen implementiert, um die Security und zu einem gewissen Grad auch die Privatsphäre zu verbessern. Die Geschäftsmodelle der drei Großen lassen es aber nur schwer zu, Werbung und die Art, wie Werbetreibende die Browser-Aktivität eines Nutzers verfolgen können, einzudämmen. Es geht hier natürlich um gezielte Werbung für gewisse Zielgruppen. Deswegen ist es wenig überraschend, dass viele Entwickler diese Lücke füllen möchten. Sie bieten Browser an, die nicht von Umsatz-Generierung abhängig sind. Im Oktober 2013 hat WhiteHat Security Labs so einen Browser öffentlich zur Verfügung gestellt. Es handelt sich dabei um den hauseigenen Browser Aviator.

WhiteHat hat schon immer lauthals auf die Gefahren der durch Werbung finanzierten Browser und die dadurch entstehenden Verletzungen der Privatsphäre aufmerksam gemacht. Werbung lässt sich möglicherweise benutzen, um Wege der Anwender im Web zu verfolgen. Außerdem können böswillige Payloads Rechner infizieren. Klicken Anwender auf die betrügerischen Inhalte, sind Ihre Rechner möglicherweise plötzlich unter der Kontrolle der Angreifer. Pop-Up-Blocker haben bisher gut funktioniert. Werbung wird allerdings in der Regel als Teil einer Website ausgeliefert. Die populären Browser benötigen normalerweise ein Plug-In eines Drittanbieters, um Werbung effizient blockieren zu können. WhiteHat hat sich allerdings entschieden, einen eigenen Browser zu entwickeln, der sicher und Privatsphären-orientiert ist. Diese Option ist sicherlich für individuelle Anwender interessant, die ihre Aktivitäten im Netz nicht ausspionieren lassen oder diese mit unbekannten Dritten teilen wollen. Aviator ist so konfiguriert, dass er immer im privaten Modus läuft und jeder Tab ist in eine Sandbox gesperrt. Flash und Java sind auf Click-to-Play gesetzt. Somit verhindert man das Risiko so genannter Drive-By-Downloads. Werbung und Tracking sind durch das Blockieren der Verbindungen zu Werbe-Netzwerk-Servern unterbunden.

Die derzeitige Version von Aviator ist bereits so ausgereift, dass Sie den Ansprüchen von Unternehmen genügt. Der Browser muss allerdings von Tausenden an Anwendern Hunderttausende Male benutzt werden, damit die Entwickler die unvermeidbaren Fehler ausbessern können. Verbesserungen in der Entwicklungs-Umgebung sollte es ebenfalls geben. Bisher gab es zu viele Flüchtigkeitsfehler im Entwicklungs-Prozess. Deswegen haben Unternehmen der Software bisher kein Vertrauen geschenkt. Im Moment gibt es eine Version für Mac OS X. Im März 2014 haben die Entwickler eine Beta-Version für Windows zur Verfügung gestellt. Laut Entwickler kommt eventuell auch noch eine Linux-Variante. Einen Zeitrahmen für eine Veröffentlichung nannte WhiteHat allerdings nicht. Laut Robert Hansen von WhiteHat Labs steigt die Nutzerzahl von Aviator sehr schnell. Dadurch bekommt die Firma viele Informationen, was man für eine Enterprise-Tauglichkeit ändern muss. Ebenso ist Feedback einiger Firmen vorhanden, die Aviator benutzt haben.

Es gibt mit Sicherheit einen Platz und auch den Wunsch für diese Art an Privatspähren-orientiertem Browser. Weiterhin sind Alternativen zu Aviator verfügbar. Dazu gehören Spikes und Authentic8. Xombrero ist auch noch auf dem Markt, wurde aber schon länger nicht mehr aktualisiert. Unternehmen sollten grundsätzlich nur Software einsetzen, die aktiv gewartet und unterstützt wird.

Eine wachsende Anzahl an Firmen und Anwendern wollen ihre Online-Aktivitäten nicht an Browser-Hersteller und Werbe-Firmen weitergeben. Sollte es genug Interesse für diese Art von Browser geben, wird es ziemlich spannend, wie die großen Hersteller reagieren. Im Moment sollte man diesen Bereich auf jeden Fall im Auge behalten.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Datenschutz und Datensicherheit

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchStorage.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close